Blackstone kauft Immobilienkredite für 2 Mrd. USD – Regionalbanken lösen Altlasten ab
Blackstone setzt seine aggressive Einkaufstour fort und übernimmt ein weiteres Kreditportfolio im Umfang von rund 2 Milliarden US-Dollar – diesmal von Atlantic Union Bankshares. Die Kredite stammen größtenteils aus dem Bestand der im April übernommenen Sandy Spring Bank und sind mit Mehrfamilienhäusern sowie Nahversorgungsimmobilien besichert. Trotz guter Bonität werden sie mit einem Abschlag von etwa 7 % auf den Nominalwert veräußert.
Grund für den Preisnachlass: Die Kredite wurden vor dem Zinsanstieg der US-Notenbank vergeben und sind seither bilanziell unter Wasser geraten. Durch die „mark-to-market“-Bewertung im Zuge der Fusion mit Sandy Spring musste Atlantic Union jedoch keinen Verlust ausweisen. Die Transaktion verschafft der Bank frische Liquidität für neue Darlehen.
Blackstone zählt inzwischen zu den größten Käufern notleidender oder rabattierter Gewerbeimmobilienkredite. Allein in den letzten zwei Jahren hat der Finanzinvestor rund 20 Milliarden US-Dollar in vergleichbare Deals investiert – oftmals bei kleineren und regionalen Banken, die unter der Zinswende besonders leiden.
Für den US-Immobilienmarkt ist der Verkauf ein vorsichtig positives Signal. Die Branche befindet sich in einer der schwersten Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg – ausgelöst durch steigende Finanzierungskosten und eine anhaltend schwache Nachfrage nach Büroflächen. Viele Banken haben sich bislang schwergetan, faule Kredite aus den Büchern zu nehmen, aus Angst vor bilanziellen Verlusten.
Fusionen wie die von Atlantic Union mit Sandy Spring eröffnen jedoch neue Spielräume. Da die übernommenen Bestände bereits abgewertet wurden, lassen sie sich einfacher veräußern – und können wiederum neues Kreditgeschäft ermöglichen. Branchenbeobachter erwarten vor diesem Hintergrund eine Zunahme der M&A-Aktivität unter kleineren und mittleren Banken, zumal die Trump-Regierung eine lockerere Linie bei Bankenfusionen verfolgt.
Laut Christopher McGratty von Keefe, Bruyette & Woods dürften bald größere Deals folgen: „Die nächste Welle wird größer – das ist die Einschätzung.“

