Bitcoin in der Phase des Unglaubens: Trader setzen weiterhin auf fallende Kurse

Der jüngste Anstieg von Bitcoin in den letzten vier Wochen trifft auf einen Derivatemarkt, der weiterhin auf Schwäche eingestellt ist. Analysten, die die Finanzierung und Futures-Basis auf Binance beobachten, berichten, dass Trader trotz steigender BTC-Kurse weiterhin auf fallende Kurse setzen. Dies wird von dem CryptoQuant-Beitragenden Darkfost als eine "Phase des Unglaubens" beschrieben, anstatt eines klaren bullischen Umschwungs.
Diese Divergenz ist bedeutsam, da sie darauf hindeutet, dass die Rallye trotz anhaltendem Skeptizismus und nicht aufgrund breiter Überzeugung stattfindet. In der Kryptowelt kann eine solche Konstellation sowohl auf eine fragilere Marktstruktur hinweisen als auch als Treibstoff dienen, wenn bärische Positionen aufgelöst werden müssen.
Darkfost hebt die 30-tägige kumulative Entwicklung der Finanzierungsraten auf Binance als deutlichstes Zeichen dafür hervor, dass der Markt nicht mit dem Preis im Einklang steht. "Wir hören in letzter Zeit viel über Finanzierungsraten, da sie negativ bleiben, obwohl Bitcoin weiter steigt", schrieb er.
Sein Vergleich bezieht sich auf Ende 2022, als Bitcoin begann, sich aus dem Bärenmarkt zu erholen. Damals fielen die Finanzierungsraten auf Binance weiter und erreichten auf kumulativer 30-Tage-Basis bis zu -7%. Heute liegt derselbe Indikator bei etwa -4,5%, was laut Darkfost zeigt, wie aggressiv Trader in den letzten Monaten weiterhin gegen die Bewegung gewettet haben.
Vorsicht im Bitcoin-Derivatemarkt
Der On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. betrachtet die gleiche Situation aus einer defensiveren Perspektive. In seiner Marktanalyse vom 23. April argumentiert er, dass die Struktur der Bitcoin-Derivate "schnell ihre bullische Struktur verliert", da die kurzfristige Futures-Prämie gegenüber dem Spotpreis nahezu verschwindet. Der 7-Tage-Basis-SMA fiel innerhalb von vier Tagen von +0,465% auf +0,054%, während die 7DMA der Finanzierungsrate negativ bei -0,00945% blieb.
Für Adler ist die Botschaft klar: Der Markt ist nicht mehr bereit, für Long-Leverage zu zahlen. "Die Basis 7D SMA hat sich stark komprimiert und liegt fast bei null, was zeigt, dass die Futures-Prämie gegenüber dem Spotpreis nahezu verschwunden ist", schrieb er.
Adler betont, dass nicht nur der negative Wert selbst wichtig ist, sondern auch seine Beständigkeit. "Dies ist keine einmalige Spitze oder eine Panikanomalie innerhalb einer Stunde. Dies ist eine stetige Ansammlung von bärischen Positionen, bei der der Markt weiterhin für Short-Exposures zahlt."
Zusammengefasst lesen die beiden Analysten dieselben Daten durch leicht unterschiedliche Linsen. Darkfost sieht im Unglauben eine potenziell konstruktive Bedingung für die laufende Rallye, insbesondere wenn der Konsens stark gegen den Preis verzerrt bleibt. Adler sieht einen Markt, der seine bullische Prämie verloren hat und in ein vorsichtigeres Regime übergeht, es sei denn, Basis und Finanzierung erholen sich.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte BTC bei $77,836.

