Bitcoin-Hashrate fällt unter 1 ZH/s: Minenbetreiber unter Druck

Der Bitcoin (BTC)-Mining-Sektor steht vor neuen Herausforderungen, da die Hashrate unter eine kritische Schwelle gefallen ist, die zuletzt Ende 2025 erreicht wurde. Ein Experte sieht die steigende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) und die Expansion der Hersteller als treibende Kräfte hinter der Veränderung der Netzwerkbeteiligung.
Leon Lyu, CEO und Gründer von StandardHash, warnte vor einem bedeutenden Wandel im Bitcoin-Mining-Bereich, nachdem der sieben Tage Durchschnitt der Netzwerkrate erstmals seit September letzten Jahres unter 1 ZH/s gefallen ist.
Rückzug der Miner
Lyu erklärte, dass der Rückgang auf einen zunehmenden Druck auf die Rentabilität der Miner hinweist, während in etwa drei Tagen eine negative Schwierigkeitsanpassung von rund 4,34% erwartet wird. Er führte den Rückgang auf mehrere strukturelle Faktoren zurück, darunter die Umverteilung der Kapazitäten großer Mining-Unternehmen von Bitcoin-Mining hin zu KI-Computing-Diensten, um höhere Margen zu erzielen.
Er hob auch den wachsenden Einfluss der Mining-Hardware-Hersteller hervor und bemerkte, dass Bitdeer aggressiv eigene proprietäre Geräte einsetzt und sich darauf vorbereitet, der größte nordamerikanische Miner nach Hashrate zu werden.
Zusätzlich scheint Bitmain seine eigene Mining-Präsenz durch sekundäre Kanäle und Partnerschaften auszubauen, obwohl die Gesamt-Hashrate des Netzwerks sinkt.
Lyus Kommentare kommen zu einer Zeit, in der der Wettbewerb um Energie zwischen BTC-Minern und KI-Datenzentren intensiver geworden ist. In den letzten Jahren haben mehrere börsennotierte Mining-Unternehmen Pläne bekannt gegeben, Mining-Infrastrukturen für Hochleistungsrechner und KI-Workloads umzunutzen oder gemeinsam zu nutzen.
Gleichzeitig haben Netzbetreiber und Regulierungsbehörden in den USA und Europa auf den steigenden Strombedarf von KI-Datenzentren hingewiesen, die häufig langfristige Stromverträge abschließen. Branchenberichte zeigen, dass KI-Einrichtungen typischerweise erheblich höhere Einnahmen pro Megawatt generieren als Bitcoin-Mining, was den Druck auf Miner in Zeiten niedriger Hashpreise erhöht hat. Dieser Trend hat die Entscheidungen zur Umverteilung von Energie in energieknappen Regionen beschleunigt.
Das schwierigste Jahr für BTC-Mining
Diese Entwicklungen folgen auf ein schwieriges Jahr für Bitcoin-Miner. Im Dezember stellte TheMinerMag fest, dass die BTC-Mining-Industrie eines ihrer härtesten Jahre erlebte. Die Publikation berichtete, dass Miner mit den „härtesten“ Gewinnmargen in der 15-jährigen Geschichte der Branche zu kämpfen hatten. Im Jahr 2025 hatten selbst große, börsennotierte Unternehmen Schwierigkeiten, die Kosten zu decken. Die Einnahmen aus dem Mining fielen stark, da der Hashpreis, der die Einnahmen aus Rechenleistung misst, von etwa $55 pro Einheit auf rund $35 sank.
Der Bericht beschrieb dieses Niveau als langfristiges Tief und nicht als kurzfristigen Rückgang. Die Situation verschlechterte sich weiter, nachdem der BTC-Preis von seinem Rekordhoch von fast $126.000 im Oktober gefallen war, was zusätzlichen Druck auf die bereits angespannten Mining-Operationen ausübte.

