Bitcoin als Absicherung gegen Inflation? Coinbase-CEO sieht Potenzial
Bitcoin hat seit Januar fast 30% seines Wertes verloren. Dennoch argumentiert der CEO von Coinbase, Brian Armstrong, dass Bitcoin weiterhin eines der mächtigsten Werkzeuge für gewöhnliche Menschen ist, um steigenden Preisen entgegenzuwirken. Der Unterschied zwischen dieser Behauptung und der Realität ist jedoch schwer zu übersehen.
Armstrong legte seine Argumentation in einem Beitrag auf X dar und wiederholte sie später auf dem World Liberty Forum, einer Veranstaltung, die von der Familie des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump organisiert wurde.
Die Logik ist einfach: Inflation zerstört stillschweigend die Kaufkraft von Bargeld. Wohlhabendere Menschen schützen sich, indem sie ihr Geld in Aktien, Immobilien und Bitcoin investieren. Menschen ohne Zugang zu diesen Optionen sind am stärksten betroffen und haben keinen Ausweg.
Inflation is a regressive tax on the poorest people in society, since they only hold cash.
Once people have wealth, they can afford and get access to inflation-resistant asset classes (stocks, bitcoin, real estate, etc).
Expanding financial access and opportunities globally to…
— Brian Armstrong (@brian_armstrong) February 23, 2026
Ein berechtigter Punkt, zu weit getrieben?
Es ist eine legitime Beobachtung. Ökonomen argumentieren seit Jahren ähnlich, dass Inflation wie eine versteckte Steuer auf diejenigen wirkt, die am wenigsten haben. Armstrong liegt mit dem Problem nicht falsch. Die vorgeschlagene Lösung ist jedoch schwerer zu verteidigen.
Bitcoin bewegt sich nicht wie eine langsame, stetige Inflationsrate. Es kann innerhalb einer Woche um 20% fallen. Für jemanden ohne finanzielles Polster ist das kein Schutz, sondern eine andere Art von Verlust — einer, der viel schneller eintreten kann als jede Inflationsrate. Die Volatilität ist kein nebensächliches Detail, sondern der zentrale Schwachpunkt des Arguments.
Das Gesetz, das die Dinge verändern könnte
Der bodenständigere Teil von Armstrongs Botschaft betrifft die Gesetzgebung. Der derzeit im Kongress diskutierte CLARITY Act zielt darauf ab, zu definieren, wie digitale Vermögenswerte in den USA reguliert werden — welche Behörden zuständig sind und unter welchen Bedingungen. US-Senator Bernie Moreno sagte, dass die Gesetzgeber versuchen, das Gesetz bis April zu verabschieden.
Armstrong bezeichnete auf dem Forum eine ausgewogene Version des Gesetzes als potenziellen Gewinn für Krypto-Unternehmen, Banken und Verbraucher gleichermaßen. Die Gespräche konzentrieren sich auf Stablecoins und die Frage, ob sie wettbewerbsfähige Renditen bieten können, ohne mit bestehenden Bankvorschriften in Konflikt zu geraten.
Mit China Schritt halten
Armstrong hob auch die internationalen Auswirkungen hervor. China treibt eine staatlich unterstützte digitale Währung voran, die Zinsen zahlt. Seine Botschaft an die US-Regulierungsbehörden war direkt: Wenn die USA bei der Stablecoin-Politik zurückfallen, verlieren sie in einem Wettbewerb, den sie anführen sollten.
Dies ist eine reale Sorge — auch wenn sein Argument zur Inflation noch Raum für Verbesserungen lässt.

