Biontech erhält Milliarden-Vorschuss von Bristol Myers – Fokus verlagert sich klar auf Krebstherapien
Der Mainzer Biotechkonzern Biontech rechnet im dritten Quartal mit einer Vorabzahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar vom US-Pharmariesen Bristol Myers Squibb. Hintergrund ist die im Juni vereinbarte Allianz zur Entwicklung und Vermarktung des vielversprechenden Antikörpers BNT327 gegen verschiedene Tumorarten. Die Kooperation gilt als zentraler Baustein der neuen Onkologie-Strategie des Unternehmens.
Mit mehr als 20 geplanten oder laufenden Studien zu über zehn Krebsindikationen, darunter Lungen- und Brustkrebs, beschleunigt Biontech den klinischen Fortschritt. Noch 2025 soll eine zulassungsrelevante Phase-III-Studie bei einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs starten.
Parallel verfolgt das Unternehmen die geplante Übernahme des Tübinger Wettbewerbers Curevac. Der Zukauf soll für rund 1,25 Milliarden Dollar erfolgen und dient der weiteren Stärkung der mRNA-Technologie-Plattform. Vorstandschef Uğur Şahin sieht darin einen strategisch wichtigen Schritt zur Erweiterung der Pipeline jenseits von Covid-19.
Im zweiten Quartal 2025 erzielte Biontech einen Umsatzanstieg auf 260,8 Millionen Euro, nach 128,7 Millionen im Vorjahr. Der Nettoverlust konnte dabei auf 386,6 Millionen Euro mehr als halbiert werden – im Vorjahresquartal lag das Minus noch bei 808 Millionen. Für das Gesamtjahr plant das Unternehmen mit Forschungsausgaben zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro – deutlich mehr als die 2,3 Milliarden Euro aus 2024.
Zwar schrumpft das Covid-Impfstoffgeschäft weiter, doch im August kommt in Europa ein neuer, an Virusvarianten angepasster Impfstoff auf den Markt, gemeinsam entwickelt mit Pfizer. Die US-Zulassung steht noch aus.

