Bioethanol-Hersteller Verbio kämpft mit rückläufigen Margen, bleibt jedoch optimistisch
Der Biokraftstoffhersteller Verbio sieht sich im abgelaufenen Geschäftsjahr mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Preisdruck und sinkende Gewinnspannen bei Bioethanol und Biomethan führten zu deutlichen finanziellen Einbußen. Das Unternehmen aus Leipzig musste zusätzlich Wertberichtigungen auf Lagerbestände vornehmen, was das Ergebnis weiter belastete. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stürzte laut vorläufigen Zahlen auf 14,2 Millionen Euro ab, nachdem es im Vorjahr noch bei 121,6 Millionen Euro lag. Der Umsatz verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang und sank von 1,66 auf 1,58 Milliarden Euro. Ein konkretes Ergebnis nach Steuern wurde von Verbio bislang nicht veröffentlicht.
Gleichzeitig konnte die Produktion ausgeweitet werden: Mit über 1,2 Millionen Tonnen Biodiesel und Bioethanol sowie 1190 Gigawattstunden Biomethan wurden neue Höchststände erreicht. Auch das Potenzial zur CO2-Einsparung der hergestellten Produkte stieg von 4,4 auf 5,5 Millionen Tonnen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 zeigt sich Verbio zuversichtlich. Der Vorstand rechnet mit einer deutlichen Erholung der Ergebnisse und prognostiziert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Gründe hierfür seien eine sich normalisierende Marktsituation in Europa sowie der Produktionsanlauf der Anlage in Iowa, USA. Diese Prognosen decken sich mit den bereits veröffentlichten Eckdaten und finden Zustimmung bei Analysten wie Constantin Hesse von Jefferies.
Der Aktienkurs legte zuletzt um 1,6 Prozent zu. Trotz der schwierigen Marktlage planen Vorstand und Aufsichtsrat, der Hauptversammlung im Dezember eine Aussetzung der Dividendenzahlung vorzuschlagen und den Bilanzgewinn komplett auf neue Rechnung vorzutragen, um die finanzielle Stabilität zu sichern.

