Bilfinger trotzt volatilen Märkten mit robustem Wachstum
Der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger zeigt sich widerstandsfähig gegenüber den Herausforderungen eines unsicheren Marktumfelds, indem er im zweiten Quartal von einer gesteigerten Nachfrage in der Pharma-, Öl- und Gasbranche profitiert. Dank jüngster Übernahmen konnten Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert werden, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Auffallend: Nach anfänglichen Verlusten konnte die Aktie im frühen Handel um mehr als zweieinhalb Prozent zulegen. Erfreulicherweise hat sich der Aktienwert seit Jahresbeginn bereits mehr als verdoppelt.
Bilfinger-CEO Thomas Schulz hob hervor, dass das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld starke Leistungen erbracht habe. Die Kunden konzentrieren sich vermehrt auf ihr Kerngeschäft, was dem Dienstleister neue Wachstumschancen eröffnet. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um vier Prozent auf 1,35 Milliarden Euro an – ein Ergebnis nach Maß für die Analysten.
Operativ konnte Bilfinger noch mehr Boden gutmachen: Das Ebita wuchs um sechs Prozent auf 74 Millionen Euro. Neben der gestiegenen Effizienz durch ein ehrgeiziges Sparprogramm, blieb der Nettogewinn mit 48 Millionen Euro auf Vorjahresniveau stabil. Der Auftragseingang erlebte mit einem Anstieg von 18 Prozent auf fast 1,8 Milliarden Euro einen erfreulichen Schub, während der Auftragsbestand auf über 4,4 Milliarden Euro anwuchs.
Bilfinger hält an seinen Jahreszielen fest und peilt für 2025 einen Umsatz von 5,1 bis 5,7 Milliarden Euro an. Eine Ebita-Marge von 5,2 bis 5,8 Prozent soll erzielt werden, getragen durch weitere Einsparmaßnahmen. Mittel- und langfristig ist ein jährliches Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent und eine Margensteigerung auf 6 bis 7 Prozent avisiert. Am 2. Dezember plant der Vorstand, neue mittelfristige Ziele bis 2030 vorzustellen.
Die US-Zollpolitik, eingeführt von Präsident Donald Trump, blieb bislang ohne Einfluss auf Bilfingers Geschäft, auch wenn das Unternehmen ein gewisses Risiko durch potenzielle Störungen globaler Lieferketten erkennt.

