Bewegung im Atomstreit? - Iran stellt Bedingungen

05. Februar 2010, 23:04 Uhr · Quelle: dpa
München (dpa) - Der Iran hält die Staatengemeinschaft im Atom-Streit mit neuen Forderungen weiter hin. Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki, ein Vertrauter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, stellte dem Westen Lieferbedingungen für im Ausland angereichertes Uran.

Das Land steht im Verdacht, nach der Atombombe zu streben. Mottaki nutzte am Freitag einen Besuch bei der Münchner Sicherheitskonferenz, um vor weiteren Strafmaßnahmen gegen sein Land zu warnen. Russland und die Bundesregierung sind dazu bereit.

Mottaki machte in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Samstag) klar, dass ein Kompromissvorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) noch verändert werden müsse. Die Führung in Teheran will nur dann leicht angereichertes Uran zur weiteren Aufbereitung ins Ausland geben, wenn es sofort als Ersatz höher angereicherte Brennelemente für einen Forschungsreaktor bekommt.

«Es muss eine zeitliche Synchronität gesichert sein, der Austausch muss also zeitgleich stattfinden», sagte Mottaki der Zeitung. Der Iran braucht die Brennelemente nach eigenen Angaben, damit der Forschungsreaktor weiter Produkte für medizinische Zwecke produzieren kann - etwa für die Krebstherapie.

Eine Urananreicherung im Ausland würde eine bessere internationale Kontrolle des iranischen Atomprogramms ermöglichen. Lange hatte der Iran diesen Weg abgelehnt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte sich nun Anfang der Woche grundsätzlich dazu bereiterklärt, aber ohne Details zu nennen.

China, bisher wie Russland eher nachsichtig mit dem Iran, wertete Ahmadinedschads Signale positiv. Chinas Außenminister Yang Jiechi sprach in München von einem «entscheidendem Stadium». Alle Beteiligten sollten nun geduldig bleiben und durch «Dialog und Verhandlungen» eine langfristige Lösung finden.

Bei der Konferenz sprechen bis Sonntag rund 300 Gäste aus aller Welt über die drängendsten Sicherheitsprobleme. Die Polizei rüstete sich mit einem Aufgebot von 3700 Beamten gegen Demonstranten. Ein größerer Aufmarsch wird für Samstag erwartet.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Berlin: «Wir können eine atomare Bewaffnung des Irans nicht zulassen.» Selbstverständlich bleibe aber die Gesprächsbereitschaft mit dem Iran bestehen - auch bei der Konferenz in München.

Lawrow erklärte: «Wir stehen dazu, dass wir das politisch-diplomatisch lösen möchten.» Aber er mahnte, wenn der Iran keine konstruktive Haltung einnehme, «dann werden wir das auch im Sicherheitsrat der UNO ansprechen müssen».

Die Sechsergruppe - die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschland - stimme darin überein, dass der Iran der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) alle Fragen beantworten müsse. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte zur Eröffnung der Konferenz, er wünsche sich an diesem Wochenende «ein klares, unmissverständliches und belastbares Signal» der iranischen Seite.

Mit Yang Jiechi kam erstmals ein chinesischer Außenminister zu der Konferenz in München. Er nutzte die Gelegenheit, um die USA scharf anzugreifen. Er forderte die Vereinigten Staaten unmissverständlich auf, keine Waffen an Taiwan zu liefern.

Aus Protest gegen geplante milliardenschwere Rüstungsverkäufe an Taiwan hat China schon die militärischen Kontakte zu den USA eingefroren. Taiwan soll Waffen im Wert von 6,4 Milliarden US-Dollar (4,6 Milliarden Euro) bekommen. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet die demokratische Inselrepublik seit 1949 als abtrünnige Provinz. Die USA haben sich mit dem Taiwan-Akt von 1979 selbst verpflichtet, dem Land bei seiner Verteidigung zu helfen.

Waffenlieferungen seien «offensichtlich eine Verletzung von Verhaltensregeln», sagte er. «Die Regierung und die Bürger Chinas haben allen Grund, genervt zu sein.» Er hoffe nun, dass sich die USA in dieser Frage endlich bewegten.

Yang bestritt in München jede Verwicklung seiner Regierung in die Hacker-Attacke gegen den US-Internetkonzern Google. Ihm sei unverständlich, wie dieser Verdacht habe entstehen können. Die chinesische Regierung sei «strikt gegen Hacker-Angriffe».

Yang wies Kritik an mangelnder Meinungsfreiheit in seinem Land zurück. «Ja, wir unterstützen den Austausch von Informationen. Ja, wir unterstützen Redefreiheit», sagte er.

China blockt und filtert im Internet politisch heikle Inhalte, etwa Informationen über Menschenrechtsverletzungen oder über die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989.

International / Sicherheit
05.02.2010 · 23:04 Uhr
[0 Kommentare]
Joschka Fischer (Archiv)
Berlin - Der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) ist überzeugt, dass sich Europa künftig nicht mehr auf den Schutz der USA wird verlassen können. "Amerika wird sich aus Europa zurückziehen. Das wird einen fundamentalen Bruch mit der traditionellen Ordnung bedeuten und Deutschland in eine völlig neue Rolle bringen - eine Rolle, die wir […] (00)
vor 44 Minuten
Kunststoff mit Verfallsdatum: Bakterien zerlegen Plastik auf Kommando
Kunststoffe zerfallen nicht. Verpackungen, die Minuten in Gebrauch sind, überdauern Jahrhunderte in der Umwelt und hinterlassen dabei Mikroplastikpartikel. Wissenschaftler: innen der Chinesischen Universität Hongkong haben nun einen Kunststoff entwickelt, der auf Kommando zerfällt: ein Material, in das plastikabbauende Bakterien direkt eingebettet sind. Bild: ACS Applied Polymer Materials […] (01)
vor 5 Stunden
Ebay-Logo vor Hauptquartier
San Jose (dpa) - Die Online-Handelsplattform Ebay hat das Übernahmeangebot des Videospiele-Händlers Gamestop abgelehnt. Der rund 56 Milliarden Dollar schwere Vorschlag sei «weder glaubwürdig noch attraktiv», schrieb Verwaltungsratschef Paul Pressler in seiner Antwort. Er verwies unter anderem auf Unklarheiten rund um die Finanzierung. Gamestop hatte das […] (00)
vor 2 Stunden
Batman Beyond von Rocksteady? Gaming-Insider räumt mit Gerücht auf
Für kurze Zeit klang es nach genau dem Spiel, das sich viele Batman-Fans seit Jahren wünschen: Rocksteady soll angeblich an einem neuen Batman Beyond arbeiten. Das Gerücht stammte ursprünglich von 4chan und verbreitete sich anschließend über Reddit und ResetEra. Doch jetzt gibt es einen deutlichen Dämpfer. Bloomberg.com-Redakteur Jason Schreier […] (00)
vor 5 Stunden
Clément Schwebig ist RTL Group-CEO
Auch auf der Finanzseite gibt es Veränderungen: Alexander von Torklus folgt Ende September 2026 auf Björn Bauer als CFO der RTL Group. Die RTL Group hat ihren angekündigten Führungswechsel offiziell vollzogen. Der Verwaltungsrat ernannte Clément Schwebig zum neuen Chief Executive Officer des Medienkonzerns. Er folgt auf Thomas Rabe, der die RTL Group seit April 2019 geführt hatte. Rabe bleibt […] (00)
vor 6 Stunden
Tennis - Italian Open
Rom (dpa) - Deutschlands bester Tennisprofi Alexander Zverev hat beim Masters-1000-Turnier in Rom das Viertelfinale verpasst. Der Weltranglisten-Dritte vergab gegen den Italiener Luciano Darderi vier Matchbälle und verlor mit 6: 1, 6: 7 (10: 12) und 0: 6.  Dabei gelang Zverev, der zu Beginn des Turniers in Rom noch etwas angeschlagen war, wieder ein […] (04)
vor 3 Stunden
kostenloses stock foto zu 4k wallpaper, anlagekonzept, bitcoin
Der Ethereum-Kurs hat in entscheidenden Momenten hinter Bitcoin zurückgelegen, das Vertrauen der Kleinanleger ist gering, und jeder gescheiterte Ausbruch gibt Kritikern einen weiteren Grund, zu argumentieren, dass ETH seinen Platz verloren hat. Dennoch sind einige Marktexperten anderer Meinung. Einer dieser Experten ist Tom Lee, Mitbegründer von […] (00)
vor 1 Stunde
NEU: Liquid Sweat Club
Bad Sulza, 12.05.2026 (lifePR) - Bei sanftem, energetischem, erdendem oder mystischem Schwitzen und derlei vielfältigen Stimmungen wird eine kleine, mal größere Show in der Saunawelt der Bad Sulzaer Therme geboten. Entsprechende Aufguss- und Wedeltechniken werden angewendet. Das Programm ist thematisch, mit Musik, dazu passenden Düften und […] (00)
vor 5 Stunden
 
Preise in einem US-Supermarkt (Archiv)
Washington - In den USA ist die Inflationsrate im April auf 3,8 Prozent geklettert, […] (00)
Britischer Premierminister Keir Starmer
London (dpa) - Nach kritischen Stunden hinter der berühmten schwarzen Tür in der […] (00)
Bärbel Bas während der Regierungsbefragung am 6. Mai (Archiv)
Berlin - Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat ihre Aussage im Bundestag […] (03)
Lufthansa-Maschine kehrt nach Warnmeldung um
Athen/München/Frankfurt (dpa) - Wegen starken Geruchs in einem Lufthansa-Flugzeug […] (02)
Die Red Hot Chili Peppers haben ihren gesamten aufgenommenen Musikkatalog in einem Deal im Wert von mehr als 255 Millionen Euro an die Warner Music Group zurückverkauft.
(BANG) - Die Red Hot Chili Peppers haben einen der größten Rock-Deals des Jahres […] (00)
Steigende Kosten stellen Billigfluggesellschaften vor Herausforderungen Die US- […] (00)
Kathleen Krüger
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat für den Posten des Sportvorstands Kathleen […] (00)
Subnautica 2 sprengt mit 5 Millionen Wunschlisteneinträge alle Erwartungen
Der Ozean ruft erneut und lauter als je zuvor. Kaum ein Survival-Titel hat die […] (00)
 
 
Suchbegriff