BER: Ein turbulenter Luftfahrtstandort mit Zukunftsvisionen
Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt, besser bekannt als BER, hat seit seiner Eröffnung vor fünf Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach einer schier endlosen Bauverzögerung von neun Jahren und beträchtlichen Kosten von 6,5 Milliarden Euro – das Dreifache der ursprünglichen Planung – sieht sich der BER heute noch mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert.
In den Anfangsjahren nach der Eröffnung wurde der Betrieb des Flughafens durch strukturelle und organisatorische Mängel auf eine harte Probe gestellt. Besonders die Herbstferien 2021 offenbarten Kapazitätslücken, verursacht durch Personalmangel und räumliche Einschränkungen, wobei die Pandemie die Probleme noch verschärfte. Inzwischen jedoch sind die Abläufe weitgehend stabilisiert, und selbst zu Urlaubszeiten leisten moderne Neuerungen und Technologien ihren Beitrag zur Effizienzsteigerung.
Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) nutzt innovative Lösungsansätze, um die Prozesse weiter zu optimieren. So ermöglichen CT-Scanner den Reisenden, Flüssigkeiten und elektronische Geräte in ihren Gepäckstücken zu belassen, was für einen reibungsloseren Ablauf sorgt. Darüber hinaus können Passagiere über ein buchbares Zeitfenstersystem praktisch ohne Wartezeit durch die Sicherheitschecks gelangen.
Trotz all dieser Fortschritte ist die wirtschaftliche Situation der FBB weiterhin angespannt. Vergangenes Jahr schloss das Unternehmen mit einem Verlust von über 134 Millionen Euro. Unterstützung kommt bislang von den Eigentümern – dem Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg. Ein ambitionierter Teilentschuldungsplan soll helfen, die finanzielle Lage bis 2026 zu stabilisieren. Dennoch bleibt die Nachfrage unter dem Vor-Corona-Niveau von 36 Millionen Reisenden aus dem Rekordjahr 2019.
Flughafenchefin Aletta von Massenbach und Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey setzen sich für die Stärkung des Langstreckenangebotes ein, um den BER noch attraktiver für internationale Besucher zu machen. Doch hohe staatliche Steuern und Gebühren stellen hier ein Hindernis dar.
Neben wirtschaftlichen Zielen verfolgt der BER auch ambitionierte Klimaziele. Bis 2045 soll der Flughafen klimaneutral arbeiten, wobei erhebliche Reduktionen der CO2-Emissionen bereits innerhalb der nächsten Jahre angestrebt werden.

