Bargeld bleibt begehrt: Verbraucherzentralen pochen auf Barzahlungsoptionen
Die Kassenbereiche in Supermärkten und Drogeriemärkten zeigen ein immer vertrauter werdendes Bild: Schlangen vor den Selbstbedienungskassen und mancherorts die Möglichkeit, den Einkauf digital und zügig zu begleichen. Doch gerade die zunehmende Verbreitung dieser Technologien weckt bei den Verbraucherzentralen Sorgen hinsichtlich der Barzahlungsoptionen. Dorothea Mohn, Finanzexpertin des Bundesverbands, warnt, dass die Akzeptanz von Bargeld im Handel, in der Gastronomie und bei öffentlichen Verwaltungen stetig abnimmt.
Im Fokus steht die Frage: Was passiert, wenn Bargeld als Zahlungsmittel ganz verweigert wird? Besonders betroffen wären Bevölkerungsgruppen ohne Zugang zu digitalen Zahlungsmöglichkeiten, etwa Kinder, Jugendliche oder Senioren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordern die Verbraucherzentralen, dass auch moderne Bezahltechnologien Bargeld als gleichwertige Zahlungsart beibehalten müssen. Hierbei wird konkret eine Quote für Automaten und Kassen angestrebt, die Bargeld akzeptieren.
Studien zufolge hat sich die Anzahl der Selbstbedienungskassen im deutschen Handel im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. Zwei Drittel dieser Geräte befinden sich im Lebensmittelhandel – häufig ohne Option zur Barzahlung. Die Verbraucherzentralen pochen darauf, dass Ausnahmen von der Bargeldpflicht eng gefasst und klar begründet sein müssen, um Missverhältnisse – etwa bei großen Banknoten im Vergleich zum Zahlbetrag – zu regeln.
Auch wenn digitale Zahlungsmethoden für Anbieter Vorteile wie reduzierte Diebstahlrisiken bieten, bleibt Bargeld für viele Menschen ein wesentlicher Pfeiler des Alltags. Es schützt die Privatsphäre und bietet Unabhängigkeit von Internet und Strom, argumentieren die Verbraucherzentralen. Doch die Zahlen sprechen für einen Rückgang der Barzahlungen. 2023 wurde nach einer Studie der Bundesbank nur noch knapp über die Hälfte der alltäglichen Transaktionen bar abgewickelt.
Ein flächendeckender Verzicht auf Bargeld wäre verfrüht, auch wenn Testkäufe der Bundesbank eine hohe Akzeptanzquote von nahezu 99 Prozent im Handel und der Gastronomie ergaben. Dennoch stößt die Nichtverfügbarkeit von Barzahlungsoptionen vor allem in öffentlichen Behörden noch auf Hürden. Eine weitere Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt, dass 30 Prozent der Befragten in den letzten sechs Monaten in Situationen gerieten, in denen Barzahlungen nicht mehr möglich waren.

