Bank of Japan erschüttert Märkte mit Verkaufsankündigung von ETFs
Die japanischen Aktienmärkte erlebten einen Rückschlag, nachdem die Bank of Japan bekannt gab, dass sie den Verkauf ihrer Exchange-Traded Funds beginnen wird. Dies führte zu einer Aufwertung des Yen und einen Rückgang der Anleihekurse, verstärkt durch zwei abweichende Meinungen im Vorstand, die die Erwartungen an eine Zinssenkung im nächsten Monat erhöhten.
Der Nikkei 225 Index sank um bis zu 1,8%, nachdem er zuvor noch Gewinne verzeichnet hatte, während der breitere Topix in Tokio um bis zu 1,1% fiel. Am Ende einer zweitägigen Sitzung verkündete die Bank, dass sie jährlich ETFs im Wert von etwa 620 Milliarden Yen verkaufen wird, beließ die Zinsen jedoch unverändert.
Die Ankündigung verschlechterte die Marktsentimente, insbesondere für große Technologiewerte, bei denen die Bank einen hohen Anteil hält, erläuterte Hiroki Takei von Resona Holdings. Zudem sorgten zwei Gegenstimmen im Vorstand für Spekulationen über eine mögliche Zinsanhebung, die den Markt zusätzlich belasteten.
Der Yen stieg daraufhin um bis zu 0,5% auf 147,20 gegenüber dem Dollar, und die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihen erhöhte sich um 4,5 Basispunkte - der höchste Stand seit 2008. Auch die zehnjährige Rendite stieg um 4,5 Basispunkte auf 1,640% nach der Ankündigung.
Im Vorfeld hatte keiner der 50 von Bloomberg befragten Ökonomen mit einer Zinsänderung gerechnet, und es war das erste Mal unter Gouverneur Kazuo Ueda, dass es eine solche Meinungsverschiedenheit im Vorstand gab. Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf Uedas Pressekonferenz am Nachmittag, wo er mögliche Hinweise auf zukünftige Zinsanpassungen geben könnte.
SLR-Strategen betonen, dass hawkische Stimmen im Vorstand lauter werden, und ein weiterer Anstieg bei den Overnight-Index-Swaps deutet auf eine 54-prozentige Chance auf eine Zinserhöhung bis Oktober hin. Die jüngste politische Unsicherheit nach dem Rücktritt von Premierminister Shigeru Ishiba verkompliziert jedoch den geldpolitischen Kurs der Bank.
In der Zwischenzeit bereiten sich die Kandidaten der Liberaldemokratischen Partei auf die bevorstehenden Wahlen am 22. September vor. Sanae Takaichi, eine der Favoriten, hat bereits angekündigt, im Falle eines Sieges fiskalische Anreize zu setzen. Investoren bleiben gespannt auf die politische Entwicklung und deren Einfluss auf die Finanzmärkte.

