Balearen gegen Massentourismus: Strikte Maßnahmen geplant
Um der stetig wachsenden Belastung durch den Massentourismus entgegenzuwirken, plant die balearische Regierung, umfassende Maßnahmen umzusetzen. Zu den wichtigsten Schritten zählt das Moratorium auf neue Lizenzen für Ferienwohnungen, begleitet von der Erhöhung der Touristenabgabe auf bis zu sechs Euro pro Person. Ebenso wird eine Steuer für temporär eingesetzte Mietwagen eingeführt, während die Strafen für illegale Angebote um bemerkenswerte 25 Prozent auf bis zu 500.000 Euro steigen könnten.
Das Vorhaben, das noch die Zustimmung des Parlaments in Palma benötigt, wird von der konservativen Minderheitsregierung vorangetrieben. Um eine tragfähige Mehrheit zu sichern, sind Gespräche mit verschiedensten politischen Parteien auf den Inseln unerlässlich. Besondere Aufmerksamkeit gilt der rapide wachsenden Zahl an Ferienwohnungen, die als Hauptverursacher der anhaltenden Wohnungsnot angesehen werden. Neben dem Lizenzstopp sollen auch bestehende Genehmigungen strengeren Kriterien unterliegen.
Hinsichtlich der "Ecotasa", der Übernachtungsgebühr auf den Balearen, ist eine signifikante Anpassung vorgesehen. Während die Gebühr in den ruhigeren Monaten Januar und Februar ausgesetzt wird, steigt sie in der Hochsaison für Touristen sowie Kreuzfahrtpassagiere in Juni, Juli und August auf bis zu sechs Euro. Die Gebühren in den restlichen Monaten bleiben unverändert. Für Mietwagen, die weniger als sechs Monate genutzt werden, wird eine gestaffelte Gebühr eingeführt, abhängig von deren Emissionen und Nutzung.
Während die Regierung mit politischem Gegenwind, unter anderem seitens der Partei Vox sowie mehrerer linker Oppositionen, rechnet, scheinen die Maßnahmen aufgrund der komplexen politischen Lage erst im Jahr 2026 in Kraft zu treten. Der Unmut gegenüber dem Massentourismus hat bereits Proteste weit über die Balearen hinaus ausgelöst, darunter auch auf den Kanarischen Inseln sowie in Barcelona und Málaga.

