Bahnstrecke am Rhein wird hochmodern: Sanierung mit anspruchsvollen Lösungen
Die Deutsche Bahn hat eine umfassende Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Troisdorf bei Bonn und Wiesbaden angekündigt, die vom 10. Juli bis zum 11. Dezember andauern wird. Dieser Streckenabschnitt wird dabei vollständig gesperrt, was für die Tausenden von Fahrgästen hinsichtlich Umleitungen und Busersatzverkehr eine größere Geduldsprobe bedeuten könnte.
Der 160 Kilometer lange Abschnitt, der seit über eineinhalb Jahrhunderten in Betrieb ist, wird massiven Erneuerungsarbeiten unterzogen. Diese Maßnahme soll die Infrastruktur langfristig verbessern und störanfällige Stellen beseitigen. Ziel ist es, den Zugverkehr pünktlicher und zuverlässiger zu machen und so für mehr Reisekomfort zu sorgen.
Besonders im Fokus steht dabei, die Fahrgäste trotzdem im öffentlichen Nahverkehr zu halten. Hierzu kommen 164 barrierefreie Busse mit 550 Fahrern zum Einsatz, die mit modernem Komfort wie WLAN und USB-Ladesteckdosen ausgestattet sind. Die Busse erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h und bieten unter anderem Dreipunktgurte sowie Gepäckstauräume. Auf längeren Strecken werden Busse mit Toiletten und Expressverbindungen mit weniger Haltestellen bereitgestellt.
Die Sanierungsarbeiten betreffen ebenfalls die vielbefahrene Strecke des europäischen Güterzugverkehrs zwischen Genua und Rotterdam. Umleitungen über Trier, Kassel oder die linksrheinische Strecke sind notwendig, was auch dort zu einer Reduzierung des Personenzugangebots führt.
Ein wesentlicher Teil der Renovierungsarbeiten beinhaltet die Erneuerung von über 60 Kilometern Gleisstrecke, rund 40 Kilometer Oberleitungen, mehr als 100 Weichen sowie die Sanierung von Brücken und Stützwänden. Zudem ist die Sicherung von sieben Felshängen vorgesehen. Ergänzend dazu entsteht bis zum Jahr 2026 ein erweitertes Angebot an Schallschutzwänden entlang der Strecke, um die Lärmbelastung zu reduzieren.
Ein Ausblick auf 2027 verspricht weitere Herausforderungen, da dann die Sanierung der linksrheinischen Bahnstrecke ansteht. Die entsprechenden logistischen Vorbereitungen laufen bereits.
Die Strecke führt durch das beeindruckende UNESCO-Welterbe des Oberen Mittelrheintals, das für seine kulturelle Verdichtung mit zahlreichen Burgen und dem Loreley-Felsen bekannt ist. Trotz der landschaftlichen Schönheit stellt der Lärm der vielen Güterzüge im engen Rheintal weiterhin eine Belastung dar.

