Bahnsanierung zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich erneut

Die umfassende Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verspätet sich auf unbestimmte Zeit. Die Deutsche Bahn gab bekannt, dass der ursprünglich für Ende April geplante Abschluss aufgrund winterlicher Wetterbedingungen nicht eingehalten werden kann. Das Hauptproblem liegt im verzögerten Kabeltiefbau für die Signalanlagen.
Seit August 2025 ist die bedeutende Pendlerstrecke, die täglich etwa 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr und insgesamt 470 Züge befördert, gesperrt. Diese 280 Kilometer lange Verbindung durchquert fünf Bundesländer und war ursprünglich für eine Renovierungsdauer von neun Monaten vorgesehen. Im Zuge der Generalsanierung, die wegen des hohen Verkehrsaufkommens unerlässlich geworden ist, wird der Fernverkehr um Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Umwege verlängern die Reisezeit im Schnitt um 45 Minuten, und die Frequenz der Zugverbindungen reduziert sich auf eine Verbindung pro Stunde.
Bahnhöfe wie Ludwigslust und Wittenberge werden während dieser Bauphase komplett ausgelassen. Diese Arbeiten an der Strecke sind Teil eines groß angelegten Projekts, bei dem die Deutsche Bahn plant, bis 2036 mehr als 40 zentrale Schienenkorridore in Deutschland zu modernisieren. Den Anfang machte 2024 die Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Besonders die Strecke Hamburg-Berlin stellt eine große Herausforderung dar, da sie länger und komplizierter ist als die Riedbahn.
Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde für die betroffenen Pendlerinnen und Pendler organisiert. Diese Ersatzverbindungen sind allerdings deutlich zeitaufwendiger: So dauert eine Busfahrt von Wittenberge nach Berlin dreieinhalb statt der üblichen eineinhalb Stunden, während eine Fahrt von Perleberg nach Berlin jetzt drei Stunden in Anspruch nimmt.

