Streit um Bahnstrecke Hamburg-Berlin: Länder fordern Klarheit von der Deutschen Bahn

Die unerwartet anhaltende Sperrung der zentralen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin sorgt in den betroffenen Bundesländern für heftigen Unmut. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern ist man enttäuscht über die unvermittelte Verzögerung. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank äußerte sein Missfallen über die mangelhafte Informationspolitik der Deutschen Bahn. Noch vor wenigen Tagen habe es ein Treffen mit Bahnchefin Evelyn Palla gegeben, bei dem Ministerpräsidentin Manuela Schwesig explizit nach dem Zeitplan gefragt habe – ohne jeglichen Hinweis auf Verzögerungen.
Auch Brandenburg meldet sich kritisch zu Wort. Landesverkehrsminister Detlev Tabbert kann nicht nachvollziehen, dass die Deutsche Bahn bis Mitte März benötigt, um einen neuen Zeitplan zu erstellen. 'Wir haben jedes Jahr Winter', bemerkte Tabbert spöttisch und unterstrich damit die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit an die Planbarkeit solcher Projekte.
Am Vortag hatte die Deutsche Bahn überraschend verkündet, dass die Fertigstellung der Strecke nicht wie geplant bis Ende April erfolgen könne. Die unerwartet strengen Winterbedingungen hätten die Arbeiten an Kabeltiefbau und Oberleitungen erheblich behindert. Seit sechs Wochen seien die Bauarbeiten im Verzug. Dennoch ließ die Bahn offen, wann mit der Wiedereröffnung der Strecke zu rechnen sei. Ein neuer Zeitplan soll am 13. März präsentiert werden.
Die Bauarbeiten begannen im August 2025 mit einem ursprünglich geplanten Zeitraum von neun Monaten. Die 280 Kilometer lange Strecke ist eine der bedeutendsten Pendlerverbindungen in Deutschland, die täglich rund 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr befördert und insgesamt 470 Züge pro Tag zählt.

