Bahn in der Krisenschaukel: Zwischen Verlusten und Sanierungsplänen
Die Deutsche Bahn erlebt aktuell ein finanziell herausforderndes Jahr, das erste Halbjahr 2025 schloss mit einem dreistelligen Millionenverlust ab. Dennoch zeigt der bundeseigene Konzern eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, als der Fehlbetrag bei alarmierenden 1,6 Milliarden Euro lag. Für das jüngste Halbjahr beläuft sich der Verlust nach Steuern auf rund 760 Millionen Euro, während der Umsatz auf 13,3 Milliarden Euro anwuchs - ein Anstieg von 3,4 Prozent im Vergleichszeitraum. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern blieb jedoch nicht unbedeutend, mit 239 Millionen Euro im roten Bereich.
Während das Unternehmen seine Halbjahreszahlen publik behandelt, ist das Augenmerk der Firma stark auf ein umfassendes Sanierungsprogramm gerichtet. Dieses soll nicht nur finanzielle, sondern auch infrastrukturelle und betriebliche Fortschritte bis Ende 2027 bringen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Renovierung von etwa 40 extrem frequentierten Strecken, um dem wachsenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden.
Ab dem 1. August wird die bedeutende Strecke zwischen Berlin und Hamburg für neun Monate gesperrt – ein Szenario, das zu einem ersten großen Testfall für das Sanierungskonzept wird. Die schwierigen Umleitungsoptionen dieser relativ langen Verbindung lassen Experten und Pendler gleichermaßen bangen.
Ein weiteres Anliegen bleibt die Pünktlichkeit, die zuletzt weit hinter den Erwartungen des Bahn-Vorstands zurückblieb. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass die Bauarbeiten kurzfristig Abhilfe schaffen, aber die Planungen für vier größere Sanierungen in 2026 machen Hoffnung. Die Fahrgäste drängen auf diese Verbesserungen, nachdem im Juni nur 57,1 Prozent der Züge des Fernverkehrs pünktlich waren. Das vom Vorstand anvisierte Ziel von 65 bis 70 Prozent scheint noch in weiter Ferne.

