Baden-Württemberg fordert Reform der Benzinpreisgestaltung: Ein österreichisches Vorbild?
Baden-Württemberg nimmt die Benzinpreisentwicklung ins Visier und setzt sich für mehr Transparenz zugunsten der Verbraucher ein. Der Vorschlag, der nun dem Bundesrat vorliegt, orientiert sich am österreichischen Modell, welches eine Preisänderung pro Tag erlaubt. Ziel der Initiative ist es, den Konsumenten eine nachvollziehbarere Preisgestaltung zu ermöglichen.
Konkret fordert der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk eine Überprüfung durch die Bundesregierung. Hauk unterstreicht, dass die aktuelle Praxis mit bis zu 22 Preisänderungen pro Tag die Verbraucher verwirrt und es ihnen nahezu unmöglich macht, gezielt günstig zu tanken. Dies konterkariere den Sinn der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, die mehr Übersicht schaffen sollte.
In Österreich hat sich die Regelung bewährt und den Verbrauchern Klarheit verschafft. Sie dürfen sich ab 12 Uhr mittags auf stabile Preise verlassen, was den Anreiz für häufige Änderungen reduziert.
Entgegen der Kritik des ADAC, der befürchtet, dass die Regelung die Preise im Schnitt erhöhen könnte, zeigt die österreichische Erfahrung ein positives Bild. Die Debatte um eine solche Reform ist jedoch nicht neu. Bereits 2012 wurde ein ähnlicher Vorschlag in Deutschland diskutiert, als die Preisänderungen pro Tag noch wesentlich seltener waren. Mit Spannung erwarten Beobachter die Beratungen in den Ausschüssen des Bundesrats.

