Autozulieferer im Stresstest: Entschleunigung und Herausforderungen in der Transformation
Die Autoindustrie sieht sich weiterhin massiven Herausforderungen gegenüber, was sich nun auch auf die Zulieferer der Branche auswirkt. Einer kürzlich durchgeführten Umfrage zufolge, die von der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Baker Tilly erarbeitet wurde, prognostizieren zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass sich der Markt in den nächsten zwei Jahren drastisch verkleinern wird.
Diese Marktbereinigung, so glauben 67 Prozent der Umfrageteilnehmer, wird zu einem Rückgang der aktuell bestehenden Anbieter führen. Interessanterweise rechnet nur ein kleiner Teil der Befragten damit, dass neue Wettbewerber aus China in den Markt eintreten werden.
Gleichwohl gilt die asiatische Konkurrenz schon heute als erhebliche Bedrohung: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht die dortigen Unternehmen in Schlüsseltechnologien als nicht mehr einzuholen an. Die wirtschaftliche Atmosphäre erscheint trostlos, da 79 Prozent der Führungskräfte die gegenwärtige Branchenlage als problematisch bewerten.
Erstaunlicherweise schätzen dennoch 78 Prozent der gleichen Führungskräfte die Lage im eigenen Unternehmen positiv ein. Ein bemerkenswerter Widerspruch, den Baker-Tilly-Experte Jannik Bayat kommentiert: Es scheint, als würden die Unternehmen die Risiken der gesamten Branche wahrnehmen, jedoch im eigenen Betrieb nicht entschlossen dagegen vorgehen.
Zu den größten Hürden zählen laut Umfrage der hohe Investitionsdruck und die volatile geopolitische Situation, welche verlässliche Planungen erschweren. Zudem drängt die Zeit für die Transformation der Branche. Trotz dieser Herausforderungen fühlen sich 75 Prozent der befragten Unternehmen gut aufgestellt, da sie unabhängig von der Antriebstechnologie bleiben.
Standortverlagerungen ins Ausland kommen für die Mehrheit nicht infrage; nur 17 Prozent ziehen diesen Schritt in Erwägung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

