Aurubis auf Kurs Richtung Zukunft: Strategische Investitionen und Herausforderungen im Fokus
Der deutsche Kupferkonzern Aurubis plant, von den andauernden Megatrends in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Elektroautos und der Modernisierung der Energieinfrastruktur zu profitieren. Der steigende Bedarf an Kupfer für E-Fahrzeuge und den Ausbau von Stromnetzen unterstreicht die Bedeutung des Rohstoffs, der in den USA als kritisches Mineral und in der EU als strategisch eingestuft wird. Trotz bedeutender Investitionen werden im Geschäftsjahr 2025/26 keine erheblichen Gewinnsprünge erwartet, wie Unternehmenschef Toralf Haag gegenüber Investoren in London beim Kapitalmarkttag bekannt gab.
Langfristig erhofft sich Aurubis verstärkte Einnahmen aus dem neuen Standort in Richmond, USA. Der im September eröffnete Recyclingkomplex im Bundesstaat Georgia, in den 740 Millionen Euro investiert wurden, soll künftig den Vorteil der US-Zollpolitik nutzen und von der Recycling-Nachfrage profitieren. Der volle Gewinnbeitrag des Standorts wird ab 2026/27 erwartet. Auch Projekte in Bulgarien und Deutschland, die bis 2026/27 in Betrieb genommen werden sollen, sind Teil der umfangreichen Wachstumspläne.
Im Einklang mit diesen Investitionsbestrebungen plant Aurubis, die Rendite auf eingesetztes Kapital auf 15 Prozent zu steigern. Kurzfristig wird für das Geschäftsjahr 2025/26 eine Rendite von 7 bis 9 Prozent angestrebt, mit einem operativen Vorsteuergewinn von 300 bis 400 Millionen Euro. Während Analysten einen durchschnittlichen Gewinn von 375 Millionen Euro erwarten, sind für das laufende Geschäftsjahr 2024/25 330 bis 370 Millionen Euro prognostiziert.
Eine bedeutende Änderung im Strategieplan betrifft die Einstellung der Investitionen ins Batterierecycling. Trotz Fortschritten bei der Gewinnung von Metallen aus Schwarzmasse verfolgt Aurubis nun ein modellarmes Geschäftsmodell, um mit der geringen Batterienachfrage und den industriellen Unsicherheiten Europas zurechtzukommen.
Die Ausschüttungspolitik von Aurubis sieht vor, ab 2025/26 bis zu 30 Prozent des operativen Gewinns an Aktionäre auszuschütten, während für 2024/25 eine Quote von 25 Prozent angepeilt wird. Am Mittwoch fiel der Aktienkurs um 5,5 Prozent auf 113,80 Euro, nachdem er einen Tag zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte. Die hohen Erwartungen an den europäischen Kupfermarkt, angeheizt durch Berichte über eine geplante Erhöhung der Kupferprämie in Europa um 40 Prozent, waren treibende Faktoren für den jüngsten Kurssprung.

