Aufwind für deutsche Anleihen trotz französischer Regierungsturbulenzen
Am Dienstag konnten deutsche Staatsanleihen leichte Kursgewinne verbuchen. Überraschend war, dass der Markt von den politischen Unruhen in Frankreich unbeeindruckt blieb. So verzeichnete der richtunggebende Euro-Bund-Future einen Anstieg von 0,11 Prozent und erreichte 129,55 Punkte. Als Folge sank die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,66 Prozent.
In Frankreich steht eine politische Neuausrichtung an, nachdem die Regierung unter Premier François Bayrou gestürzt ist. Präsident Emmanuel Macron plant, den scheidenden Premierminister zu empfangen, um dessen Rücktritt offiziell zu vollziehen, wie aus dem Präsidentenpalast bekannt wurde. Trotz dieser innenpolitischen Veränderungen zeigten sich die Kurse französischer Staatsanleihen unberührt, da die Abwahl von Bayrou durch die Nationalversammlung bereits eingepreist war.
Bereits im Vorfeld der Ereignisse waren die Renditen der französischen Anleihen aufgrund der politischen Unsicherheiten angestiegen und übertrafen mittlerweile jene der griechischen Äquivalente. Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der DekaBank, betonte, dass die problematischen Schuldenstände Frankreichs, gepaart mit den hohen Defiziten und Ausgaben, wenig Raum für eine Entspannung bei den Risikoaufschlägen ließen. Er prognostiziert einen moderaten Anstieg der Renditen über einen längeren Zeitraum. Interessant sei, dass deutsche Bundesanleihen, trotz ihrer Rolle als sicherer Hafen, nicht von den Unsicherheiten in Frankreich profitieren konnten.

