Aufwind an den Börsen trotz geopolitischer Unsicherheit
Die Börsen starteten mit einer Fortsetzung ihrer Rekordjagd in den neuen Handelstag, bevor den Anlegern kurzzeitig die Puste ausging. Der technologielastige Nasdaq 100 schloss mit einem minimalen Plus von 0,04 Prozent bei 23.849,04 Zählern. Der breit aufgestellte S&P 500 legte um 0,32 Prozent auf 6.466,58 Punkte zu. Beide Indizes verzeichneten am Dienstag angesichts positiver Inflationsdaten neue Höchststände und übertrafen diese am Mittwoch erneut. Der Optimismus im Hinblick auf mögliche Zinssenkungen beflügelt die Anleger weiterhin.
Auch der Dow Jones Industrial verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 1,04 Prozent und erreichte 44.922,27 Punkte, bleibt jedoch immer noch hinter einer Bestmarke zurück. Seit Jahresbeginn zeigt sich der Index mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent im Vergleich zu den 13,5 Prozent des Nasdaq 100 und den 10 Prozent des S&P 500 etwas zurückhaltender.
Die Terminkontrakte am Geldmarkt zeigen, dass eine Zinssenkung der Fed im September nahezu sicher erscheint. Sinkende Zinsen erhöhen die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Anlagen und erleichtern zudem die Kreditaufnahme, was sowohl Unternehmen als auch Verbraucher begünstigen dürfte. Die aktuellen Verbraucherpreisdaten legen nahe, dass der Einfluss der US-Zölle auf die Inflation bisher begrenzt war und der Fed somit mehr Raum für Zinsentscheidungen lassen.
Die geopolitische Lage rückt ebenfalls in den Fokus, mit einem bevorstehenden Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin am Freitag in Alaska. Ziel ist es, über eine mögliche Friedenslösung im etwa dreieinhalb Jahre andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verhandeln.
Eine strategische Expansion von Amazon im Lebensmittelhandel sorgte für Druck auf US-Einzelhändler. Der Online-Riese plant, eine kostenlose taggleiche Lieferung von Lebensmitteln anzubieten, was den Wettbewerb erschweren könnte. Aktien von Walmart fielen um 2,5 Prozent, Kroger verloren 4,4 Prozent, und Costco gab um 1,3 Prozent nach. Amazon hingegen verzeichnete einen Anstieg von 1,4 Prozent.
Einen bemerkenswerten Sprung nach oben verzeichneten die Anteile von Venture Global, die um 12 Prozent zulegten. Das Unternehmen im Bereich der Flüssigerdgasproduktion und -export konnte ein Schiedsverfahren gegen den Energiegiganten Shell für sich entscheiden.
Die Krypto-Firma Bullish erlebte ein schwankendes Börsendebüt. Nach einem Ausgabepreis von 37 Dollar und einem Erlös von 1,1 Milliarden Dollar startete der Handelskurs bei 90 Dollar, stieg auf 118 Dollar, fiel jedoch bis Handelsschluss auf das Tagestief von 68 Dollar zurück.

