Aufschwung im Baugewerbe: Tiefbau als Hoffnungsträger inmitten der Krise
Die deutsche Baubranche, die in den letzten Jahren unter erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten litt, sieht einem optimistischeren Jahr entgegen. Wie Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), mitteilte, kehrt nach einem langen Abwärtstrend erstmals Zuversicht zurück. Hauptsächlich aufgrund geplanter staatlicher Investitionen von mehreren Milliarden Euro erlebt der Tiefbau, in den unter anderem der Bau von Straßen und Brücken fällt, einen Aufwind. Auch im Wohnungsbau sind erste positive Entwicklungen zu verzeichnen, was darauf hindeutet, dass die Bauwirtschaft den Tiefpunkt hinter sich gelassen hat.
Der ZDB prognostiziert für das laufende Jahr eine preisbereinigte Umsatzerhöhung um 0,6 Prozent auf 168 Milliarden Euro, mit einer erwarteten Steigerung auf 178 Milliarden Euro bis 2026, was einem Anstieg von 2,5 Prozent gleichkommt. Eine unter 1.500 Unternehmen durchgeführte Umfrage zeigt, dass über die Hälfte der befragten Firmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv oder zumindest als zufriedenstellend ansehen.
Der durch den Ukraine-Krieg verursachte Zins- und Preisanstieg hatte die Branche hart getroffen: Private Bauvorhaben wurden unerschwinglich, und Investoren legten Projekte auf Eis, was den Wohnungsmarkt in Städten belastete. Doch mit den aktuellen Rahmenbedingungen kommen nun ermutigende Signale aus der Branche. Investitionsvorhaben im Wohnungsbau werden nach einem dreijährigen Stillstand wieder aufgenommen. Allerdings bemängelt Schubert-Raab, dass noch über 100.000 Baugenehmigungen für eine echte Wende fehlen.
Im Jahr 2025 soll der preisbereinigte Umsatz im Wohnungsbau um vier Prozent auf 54 Milliarden Euro fallen, bevor er 2026 um 1,6 Prozent auf 56,3 Milliarden Euro ansteigt. Bei der Fertigstellung von Wohnungen, die 2024 auf etwa 252.000 Einheiten gesunken war, rechnet der Verband allerdings mit weiter rückläufigen Zahlen. Für das laufende Jahr wird mit 225.000 bis 230.000 Neubauten gerechnet, bis 2026 mit einem Rückgang auf 215.000 bis 220.000. Erst 2027 werden wieder positive Entwicklungen erwartet, da die Vorläufe in der Branche naturgemäß lang sind.

