Aufbruch in eine erdgasfreie Zukunft – Experten empfehlen Deutschland den Ausstieg
In einem aktuellen Bericht haben Experten aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Wirtschaftspolitik und Technik der Bundesregierung zehn Empfehlungen vorgelegt, wie Deutschlands Abhängigkeit von Erdgas reduziert werden kann. Die Experten fordern, die Abkehr von Erdgas ganz oben auf die Agenda zu setzen und sehen darin nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Chance.
Jonathan Barth, Sprecher des Fachrats Energieunabhängigkeit und Politischer Direktor des Instituts für zukunftsfähige Ökonomien, betonte, dass die Abkehr von Erdgas technisch möglich sei und ein Booster für die deutsche Wirtschaft sein könne. Dabei sei es wichtig, dass alle Akteure zusammenarbeiten: "Banken mit ihrer Kompetenz im Risikomanagement, Stadtwerke als Energiedienstleister und Unternehmen des Mittelstands als Vorreiter der Elektrifizierung".
Dem Bericht zufolge könne Deutschlands Erdgasverbrauch in Zukunft um bis zu 78 Prozent reduziert werden. Eine der Empfehlungen ist es, dass Stadtwerke Mietmodelle für Heizungen anbieten sollten, um Hausbesitzern den Umstieg auf eine erdgasfreie Heizung zu erleichtern. Denn die Umstellung auf erdgasfreie Heizsysteme in Wohngebäuden könne den Verbrauch bereits um mehr als ein Drittel senken.
Ein weiterer Vorschlag ist ein Programm, das auch Haushalten mit niedrigem Einkommen und schlechter Bonität den Zugang zu Krediten ermöglicht. Dabei soll eine staatliche Ausfallbürgschaft greifen, um Kreditausfälle abzufedern. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass alle Gesellschaftsschichten von der energiesparenden Umstellung profitieren können.
Die Abkehr von Erdgas würde nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Deutschland könnte sich damit als Vorreiter in Sachen Energiewende positionieren und Exportmärkte für innovative technische Lösungen im Bereich erneuerbarer Energien erschließen. (eulerpool-AFX)

