ATX mit Jahres-Tiefpunkt – Gewinnmitnahmen belasten den Bankensektor

Der österreichische Leitindex ATX erlebte einen rauen Handelstag und verzeichnete den bislang größten Tagesverlust des Jahres. Nach vorherigen Höchstständen schloss der ATX mit einem Rückgang von 1,93 Prozent auf 5.637,04 Punkte. Parallel dazu fiel der ATX Prime um 1,81 Prozent und beendete den Tag bei 2.801,53 Zählern.
Auch auf europäischer Ebene zeigten die Märkte Schwächen. Investoren wurden durch schwache US-Arbeitsmarktdaten, die anhaltende Debatte über Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und enttäuschende Unternehmensnachrichten verunsichert. Zusätzlich verschärften Rückschläge im Kryptowährungsbereich und der weitere Rückgang der Edelmetallpreise die Lage. Die Europäische Zentralbank hielt indes den Einlagensatz bei zwei Prozent, was keine Überraschung bei den Marktteilnehmern hervorrief.
Im ATX beeinträchtigten vor allem Verluste bei renommierten Unternehmen den Index. Die OMV-Aktien verbuchten aufgrund zurückhaltender Analystenkommentare und sinkender Ölpreise ein Minus von 2,9 Prozent und kosteten zum Handelsschluss 51,60 Euro. Obwohl die Aktien zur Wochenmitte nach erfreulichen Quartalszahlen deutlich zulegten, warnen Analysten für das restliche Jahr vor ungünstigen Bedingungen in der Chemiebranche und bei den Raffineriemargen.
Der Bankensektor erlitt ebenfalls erhebliche Einbußen, mit Verlusten zwischen 2,5 und 5,2 Prozent bei Erste Group, Bawag und RBI. Die Branche, die europaweit zu den schwächsten gehörte, steht laut Analysten der Erste Group vor Herausforderungen. Trotz soliden Fundamentaldaten nähere sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) historischen Höchstmarken, was zukünftig den Spielraum für Bewertungen eingrenzen könnte, so Erste-Analyst Lukasz Janczak.
Auch die AT&S-Papiere verzeichneten ein Minus von 1,8 Prozent, obwohl sie sich seit Jahresbeginn stark verbessert haben. Nach zahlreichen Gewinnmitnahmen am Markt bleibt der Wert der Aktie jedoch immer noch mehr als 50 Prozent höher als zu Jahresbeginn.

