Atomkraft auf Rekordkurs: China und Russland als treibende Kräfte
Die globale Atomkraftkapazität steigt weiter und hat derzeit ein bisher unerreichtes Niveau erreicht. Dies wird vor allem durch China angetrieben, wie aus einem in Berlin präsentierten Bericht über die atomare Energieentwicklung hervorgeht. Interessanterweise, obwohl die Kapazität zunimmt, sinkt der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromerzeugung seit ihrem Höchststand im Jahr 1996.
Damals betrug der Anteil noch 17,5 Prozent, während die Kernenergie im Jahr 2024 lediglich neun Prozent der global insgesamt 2.677 Terawattstunden ausmacht. Diese Entwicklung spiegelt auch die insgesamt steigende Energieerzeugung wider. Auffällig ist, dass ohne Chinas Ausbau die globale Atomkraftkapazität seit 2010 rückläufig wäre.
Gleichzeitig erlebt die Solarkraft in China einen erheblichen Aufschwung, der die Atomkraft weit in den Schatten stellt. Während die Photovoltaik um beeindruckende 278 Gigawatt zugelegt hat, wuchs die Nuklearkapazität lediglich um 3,5 Gigawatt. Diese Zahlen verdeutlichen den enormen Schub, den erneuerbare Energien im Reich der Mitte derzeit erfahren.
Ein weiterer wichtiger Spieler auf dem Feld der Atomkraft ist Russland. Es beherrscht den internationalen Marktbau von Reaktoren, mit Ausnahme Chinas, das zunehmend auf eigenentwickelte Technologien setzt. Trotzdem sind viele der weltweiten Anlagen stark von russischer Technik abhängig, wie Mycle Schneider, der Autor des Berichts, betont. Der jährlich erscheinende "World Nuclear Industry Status Report" basiert auf der Arbeit eines internationalen Expertenteams und wird von verschiedenen Institutionen, darunter das BASE sowie die Friedrich-Ebert- und Heinrich-Böll-Stiftung, unterstützt.

