Atempause an Europas Börsen: Handelspolitik und Pharma im Fokus
Europas führende Aktienmärkte erlebten zur Wochenmitte eine leichte Abkühlung, wobei der EuroStoxx 50 um 0,58 Prozent auf 5.443,09 Zähler sank. Gleichzeitig zeigte sich der britische FTSE 100 nahezu unverändert, während der Schweizer SMI einen Rückgang um 0,49 Prozent auf 12.950,59 Punkte verzeichnete.
Im Handelsgeschehen sorgt derzeit das unsichere politische Umfeld für Zurückhaltung. Der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets weist darauf hin, dass die beginnende jährliche Zollsaison aus den USA die Märkte ebenso belasten dürfte wie das traditionell schwächere Frühjahr. Die Diskussion um 'Sell in May and go away' dürfte spätestens im Mai neu entfachen.
Eine differenzierte Betrachtung war bei den Sektoren zu beobachten. Während Versorger und Versicherer aufgrund ihrer defensiven Qualitäten gefragt blieben, nutzten institutionelle Anleger die Gelegenheit, ihre Portfolios zu bereinigen. Besonders zum Quartalsende hin steigen die Käufe gut gelaufener Titel, während schwächere Werte aussortiert werden.
Im Energiesektor herrschte hingegen Aufwind, gestützt durch steigende Ölpreise infolge eines berichteten Rückgangs der US-Rohölvorräte. Laut dem American Petroleum Institute schrumpften diese in der Vorwoche um 4,6 Millionen Barrel – der stärkste Rückgang seit November.
Dem gegenüber erlebten Pharmawerte wie Novo Nordisk und Roche deutliche Abgaben. Besonders Novo Nordisk setzt seine Abwärtsbewegung mit einem Verlust von zwei Prozent fort. Roche könnte zusätzlich durch bevorstehende Studienergebnisse von Astrazenecas Enhertu, einem Krebsmedikament, unter Druck geraten, so Analyst Richard Vosser von JPMorgan.

