Astrazeneca setzt auf Wachstum und Innovationen im Pharmasektor
Der britisch-schwedische Pharmariese Astrazeneca zeigt sich nach einem erfolgreichen Jahr optimistisch für weiteres Wachstum und höhere Erträge. Ein wesentlicher Umsatztreiber bleibt das lebhafte Geschäft mit Krebsmedikamenten, das den erwarteten Umsatzrückgang durch den Patentauslauf des Diabetesmedikaments Farxiga ausgleichen soll. Analysten reagierten positiv überrascht auf den Ausblick des Unternehmens. Am Börsenparkett schoss die Aktie zunächst in Richtung ihres Rekordwertes, gab jedoch im Verlauf des Handels leicht nach.
Die Aktie von Astrazeneca konnte sich in den letzten Jahren infolge guter Geschäftsergebnisse erheblich steigern und steht derzeit rund bei 14.030 britischen Pence, ein Anstieg um etwa ein Prozent. Seit Anfang 2021 hat sich der Wert der Aktie verdoppelt, und das Unternehmen erreicht nun eine Marktkapitalisierung von etwa 250 Milliarden Euro. Dies platziert Astrazeneca unter den Top drei der wertvollsten Pharmakonzerne im Stoxx Europe 600 Healthcare, gleich nach Roche und Novartis.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser lobte besonders den positiven Ausblick, der auf besser als erwartete Umsatzzahlen schließen lässt. Seine Einschätzung nach dürften die Markterwartungen an Umsatz und bereinigten operativen Gewinn in diesem Jahr steigen, womit schwächere operative Ergebnisse im Schlussquartal in den Hintergrund treten.
Laut Astrazeneca soll der Umsatz bis 2026 im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen, während der bereinigte Gewinn je Aktie zweistellig zulegen könnte. Das Unternehmen, unter der Führung von Pascal Soriot seit 2012, entwickelt sich zu einem führenden Anbieter in der Onkologie. Dennoch muss es sich auf verstärkten Wettbewerb durch Generika einstellen, da eines seiner erfolgreichsten Medikamente, Farxiga, die Exklusivität verliert.
Soriot bekräftigte das Ziel, bis Ende des Jahrzehnts einen Jahresumsatz von 80 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Der Fokus liegt auf neuen Medikamenten gegen Adipositas, Lungenkrebs und COPD, die in den kommenden Jahren lanciert werden sollen. Neue klinische Studienergebnisse stehen ebenfalls in Aussicht.
Dank eines starken Wachstums im Onkologiegeschäft, angeführt von Medikamenten wie Imfinzi, Tagrisso und Calquence, konnte der Konzern seine Umsatzziele erreichen. Besonders bemerkenswert ist ein Gewinnanstieg nach Steuern von 45 Prozent im Jahr 2025 auf 10,2 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 12 Prozent auf 9,16 Dollar.
Zur Verstärkung der Medikamentenpipeline im Bereich der Gewichtskontrolle hat Astrazeneca ein Abkommen über 18,5 Milliarden Dollar mit der chinesischen CSPC Pharmaceutical Group abgeschlossen, um innovative Peptidtechnologie zu integrieren. Im umkämpften Markt für Gewichtssenkung konkurriert Astrazeneca mit anderen großen Namen wie Lilly und Novo Nordisk.
Astras Finanzchefin Aradhana Sarin äußerte Zuversicht, dass der Konzern selbst angesichts niedrigerer Medikamentenpreise in den USA, die andere wie Novo Nordisk belasten, resilient bleibt.

