Armee ruft Einwohner des Gazastreifens zur Evakuierung auf
Im südlichen Gazastreifen rief die israelische Armee erstmals seit Beginn des Gaza-Kriegs die Bewohner dazu auf, ihre Wohnorte zu verlassen. Wie der Armeesender und die Nachrichtenseite ynet berichteten, wurden in der Stadt Chan Junis Flugblätter in arabischer Sprache abgeworfen. Diese forderten die Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen, um Schäden an Zivilisten zu vermeiden. In dem Flugblatt wurde zudem mit einem Einsatz gegen die islamistische Hamas gerechnet. Auf Anfrage äußerte sich ein Militärsprecher nicht zu weiteren operativen Aktivitäten.
Laut ynet sollten die Menschen sich in die bereits bekannte sichere Zone begeben, die weiter westlich am Meer liegt. Die Einwohner der betroffenen Viertel in Chan Junis reagierten nach Angaben örtlicher Medien panisch auf die Mitteilung.
Seit Beginn der Kämpfe zwischen dem israelischen Militär und der Hamas befinden sich knapp 1,6 Millionen der rund 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens auf der Flucht, so die UN. Israel hat die Zivilbevölkerung im Norden und auch in der Stadt Gaza aufgerufen, in den Süden des Gebiets zu fliehen. Dafür wurden mehrfach stundenweise Fluchtkorridore eingerichtet. Seit dem 5. November sind nach UN-Angaben etwa 200.000 Menschen in den abgeriegelten Süden des Küstengebiets geflohen.
Das UN-Hilfswerk für Palästinenser (UNRWA) gibt an, dass im südlichen Teil des Gazastreifens - darunter viele Schulen - derzeit etwa 630.000 Binnenflüchtlinge leben. Das UN-Nothilfebüro OCHA warnt aufgrund der beengten Verhältnisse und sinkender Temperaturen vor der Ausbreitung von Krankheiten.
Das erklärte Ziel des israelischen Militäreinsatzes ist die Zerstörung der Terrororganisation Hamas, nachdem am 7. Oktober ein Massaker mit rund 1.200 Todesopfern im israelischen Grenzgebiet verübt wurde. (eulerpool-AFX)

