ARD setzt umstrittene «Money Maker»-Reihe fort

Die WDR-Reihe porträtiert diesmal den Myne-Gründer Nikolaus Thomale, der mit Luxuswohnungen sein Geld verdient.
Ab dem 16. Juni 2026 ist in der ARD Mediathek die neue Ausgabe Money Maker mit dem Titel „Nikolaus Thomale – Luxusimmobilien für alle?“ verfügbar. Im Mittelpunkt steht der Unternehmer Nikolaus Thomale, der mit seiner Firma Myne auf sogenannte Co-Ownership-Modelle für Ferienimmobilien setzt.
Die Geschäftsidee: Mehrere Parteien teilen sich eine Luxusimmobilie auf Mallorca, in St. Moritz oder anderen europäischen Ferienregionen. Myne organisiert dabei Finanzierung, Verwaltung und Vermietung. Laut WDR soll die Dokumentation auch die Frage stellen, welche Auswirkungen das Modell auf die lokalen Immobilienmärkte hat und wie tragfähig das Konzept wirklich ist. Gleichzeitig begleitet der Film Thomale bei seinem Arbeitsalltag und beleuchtet dessen Selbstoptimierungs- und Wachstumsanspruch.
Die «Money Maker»-Reihe war in der Vergangenheit mehrfach wegen ihrer Nähe zu den porträtierten Unternehmern kritisiert worden. Besonders eine frühere Folge über den Berliner Unternehmer Stepan Timoshin sorgte für Diskussionen. Der als „Sneaker-Millionär“ vermarktete Geschäftsmann wurde später Ziel umfangreicher Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Journalisten zeichneten dabei das Bild eines Unternehmers, dessen öffentliche Erfolgsgeschichte offenbar deutlich geschönter gewesen sein könnte. Auch das Medienmagazin „Übermedien“ beschäftigte sich kritisch mit der Reihe. Dort wurde bemängelt, dass die Dokumentationen oft eher wie Hochglanz-Porträts funktionierten und kritische Einordnung meist nur oberflächlich stattfinde. Der WDR betont bei der neuen Thomale-Ausgabe hingegen ausdrücklich, dass nicht nur der Unternehmer selbst zu Wort komme, sondern auch kritische Fragen zum Geschäftsmodell gestellt würden.

