Arbeiten im Finanzsektor: Drei Berufe mit Zukunft
Weltwirtschaftskrise, Digitalisierung, Filialsterben: Seit vielen Jahren befindet sich die Finanzwelt im Wandel, eine Lehre als Bankkaufmann gilt vielen Berufseinsteigern nicht mehr als sicheres Karrieresprungbrett. Dennoch gibt es im Finanzwesen Berufe, die nach wie vor attraktive Chancen bieten. Wir stellen drei von ihnen vor.
Verhilft Privatkunden zu mehr Rendite: Der Finanzberater
Der Niedrigzins macht das Sparbuch wertlos, und die private Altersvorsorge ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln: Zwei Gründe, warum die Expertise von Finanzberatern immer gefragter wird.
Ein Finanzberater muss für seine Tätigkeit neben einem guten Zahlenverständnis und viel Know-how über den Finanzmarkt ein hohes Maß an Empathie mitbringen, um sich gut in die Wünsche und Bedürfnisse seiner Klienten hineinversetzen zu können.
Die Berater arbeiten in der Privatkundenbetreuung bei Banken, Sparkassen und Finanzdienstleistern oder sind selbstständig tätig. Das Fundament für den Beruf ist meistens eine Ausbildung als Versicherungs- oder Bankkaufmann oder ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Über Weiterbildungen wie die zum Fachwirt für Finanzberatung lässt sich dann das nötige Fachwissen vertiefen.
Wer das nötige Einfühlungsvermögen und Zahlenverständnis mitbringt, kann bei Finanzdienstleistungsunternehmen wie der Postbank, der DVAG oder tecis auch den Quereinstieg als Finanzberater wagen. In internen Kursen und Ausbildungsprogrammen werden die Trainees auf ihre neue Aufgabe vorbereitet, der Finanzdienstleister tecis stellt ihnen dabei einen erfahrenen Coach an die Seite. Ziel der Ausbildung ist ein IHK-Abschluss, später können die Absolventen eine Karriere als Führungskraft oder Profiberater einschlagen.
Berater mit dem nötigen Rüstzeug können in der Finanzdienstleistung schnell vorankommen: So wurde einer der beiden Vorstände von tecis bereits mit 30 Jahren in diese Spitzenposition berufen.
Fachmann für den Aktienhandel: Der Börsenmakler
Die auch Broker genannten Börsenmakler kaufen und verkaufen am Aktienmarkt Wertpapiere, Devisen oder Rohstoffe. Ein Beruf mit Zukunft, immer öfter legen die Deutschen Geld an der Börse an – allein während der Corona-Krise haben 28 Prozent von ihnen in Aktien oder Fonds investiert.
Börsenmakler arbeiten vornehmlich für Kreditinstitute und Unternehmen, aber auch für Privatpersonen. Sie müssen Kurs- und Preisschwankungen sowie Zinsen an der Börse stets genau im Auge behalten und bei Bedarf schnell handeln, um im Idealfall eine attraktive Gewinnspanne einzufahren. Zusätzlich zu einer schnellen Auffassungsgabe ist Stressresistenz eine wichtige Voraussetzung für diese Tätigkeit.
Neben dem Handel mit Aktien arbeiten Börsenmakler häufig als Berater: Sie analysieren Märkte und Unternehmen, um Investitionsempfehlungen auszusprechen. Aufgrund dieser Beraterfunktion tragen Broker oft ein hohes Maß an Verantwortung.
Hat die Risiken im Griff: Der Underwriter
Underwriter sind in erster Linie bei Versicherungen angestellt. Sie arbeiten dort für ihre Arbeitgeber an komplexen Risikoprofilen, um vor Unterzeichnung eines Versicherungsvertrags mögliche Risiken einzuschätzen und zu bewerten. Dazu erstellen sie umfangreiche Gutachten, um über die Wahrscheinlichkeit von Schadensfällen zu informieren – oft auch in Zusammenarbeit mit externen Spezialisten.
Ein Underwriter ist besonders gefragt, wenn es um Spezialversicherungen jenseits des Tagesgeschäfts geht und sowohl die Risikoeinschätzung als auch die Prämie individuell ermittelt werden muss.
Grundvoraussetzung für den Job sind in der Regel ein Bachelor- oder Master-Abschluss, eine Ausbildung als Versicherungskaufmann und mehrjährige Berufserfahrung im Versicherungswesen.
Oft arbeiten Spezialisten wie Geologen, Mathematiker in diesem komplexen Arbeitsfeld, da sie die nötige Expertise mitbringen.


