Anta Sports greift nach Puma: Konzernübernahme im globalen Sportartikelmarkt
Die internationale Sportartikelbranche steht vor einer bedeutenden Veränderung: Der chinesische Riese Anta Sports Products hat angekündigt, eine Beteiligung von 29,06 Prozent an der deutschen Puma SE von der französischen Unternehmerfamilie Pinault zu erwerben. Der Deal, welcher eine Investition von rund 1,5 Milliarden Euro umfasst, bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. An der Börse führte die Nachricht prompt zu einem starken Anstieg der Puma-Aktien.
Schon seit geraumer Zeit wurde ein möglicher Ausstieg der Pinault-Familie spekuliert, die ihren Anteil über die Finanzholding Artémis hält. Puma-Chef Arthur Hoeld betonte die klaren strategischen Prioritäten des Unternehmens, das darauf abzielt, seine globale Marktstellung zu festigen und eine der führenden Sportmarken weltweit zu werden. Hoeld sieht die Partnerschaft mit Anta als Bestätigung der eingeschlagenen Unternehmensstrategie.
Die im MDax notierten Puma-Aktien erfuhren einen Anstieg von fast 12 Prozent, was auf die seit Wochen anhaltenden Spekulationen zurückzuführen ist. Der Wert des Papiers hatte sich zuvor bereits merklich von einem Mehrjahrestief erholt und erreichte zwischenzeitlich über 26 Euro.
Anta Sports, das bereits durch die Übernahme des Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin im April für Schlagzeilen sorgte, wird durch die Beteiligung zum größten Anteilseigner von Puma. Nach Abschluss der Transaktion strebt Anta eine adäquate Vertretung im Puma-Aufsichtsrat an, mit dem Ziel, seine globale Präsenz und Markenbekanntheit weiter auszubauen.
Puma seinerseits ringt unter Führung von Arthur Hoeld mit Herausforderungen und arbeitet an der Straffung des Produktportfolios sowie einem Personalabbau, um sich im Wettbewerb mit Branchenführern wie Adidas und Nike zu behaupten. Der Deal zwischen Anta und der Artémis sieht den Kauf von etwa 43 Millionen Puma-Aktien zu einem Preis vor, der über 60 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Montag liegt. Diese Transaktion soll bis Jahresende abgeschlossen werden.
Anta-Geschäftsführer Ding Shizhong zeigte sich optimistisch und sieht den Erwerb als einen wesentlichen Schritt zur Beschleunigung der Globalisierung von Anta Sports, mit dem Ziel, das Wachstumspotential in den weltweiten Sportmärkten, einschließlich China, voll auszuschöpfen.

