Anta Sports: Chinesischer Riese steigt bei Puma ein – Aktien steigen auf Allzeithoch
Der chinesische Sportartikelgigant Anta Sports hat sich jüngst mit einer Teilnahme bei Puma bemerkbar gemacht und damit die Aktien des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach zeitweise auf den höchsten Stand seit März 2025 katapultiert. Doch die anfängliche Euphorie an der Börse flaute schnell ab, und so verharrte der Kurs bis zur Mittagszeit auf einem Plus von 8,8 Prozent bei 23,54 Euro.
Die Entscheidung von Anta, keine vollständige Übernahme anzustreben und die Unabhängigkeit von Puma zu wahren, hinterließ bei Marktanalysten gemischte Gefühle. Jie Zhang von Baader Europe hebt hervor, dass dieser Schritt für die Kleinaktionäre im Moment keinen direkten Vorteil bringt. Dennoch sieht Zhang in Anta einen starken und strategischen Partner, der Pumas langfristige Sanierungspläne, speziell im asiatischen Markt, unterstützen könnte.
Anta Sports plant, 29 Prozent der Anteile von der französischen Milliardärsfamilie Pinault für etwa 1,5 Milliarden Euro zu erwerben, was einem pro Aktie Preis von 35 Euro entspricht. Das stellt eine bemerkenswerte Prämie von fast 62 Prozent zum Xetra-Schlusskurs dar. Laut Zhang würde eine komplette Übernahme das chinesische Unternehmen weitaus mehr belasten als die jetzt vereinbarte Beteiligung.
Trotz der Zurückhaltung der vollständigen Übernahme sehen die "Bernecker Börsenbriefe" im Einstieg von Anta eine Befreiung für Puma, das seit seinem Höchststand von über 115 Euro im Jahr 2021 kontinuierlich an Wert verlor. Historische Erfolge von Anta mit Marken wie Fila und Amer Sports stützen die Hoffnung, dass Puma sich unter der neuen Partnerschaft stärken und positionieren kann. Der Kaufpreis für den Anteil signalisiert zudem eine Neubewertung von Puma an den Märkten, auch wenn kein Pflichtangebot folgt.
Seit Jahresbeginn erlebt Pumas Aktienkurs aufgrund von Gerüchten über mögliche Übernahmen immer wieder Schwankungen. Diese Spekulationen wurden im August 2025 besonders durch einen Bloomberg-Artikel befeuert. Selbst jüngste Berichte über gescheiterte Verhandlungen mit Anta, die kurzfristig für Kurseinbrüche sorgten, konnten das erneute Interesse an Puma nicht langfristig dämpfen.

