Angriffe auf Energieinfrastruktur verschärfen Spannungen vor Gipfeltreffen
Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington haben sich die Angriffe Russlands auf die ukrainische Energieversorgung erneut intensiviert. Selenskyj beklagte via Telegram, dass die russischen Streitkräfte den Herbst nutzen, um die Energieinfrastruktur der Ukraine nahezu täglich zu attackieren. Hinsichtlich der eingesetzten Mittel sprach er von über 300 Drohnen und 37 Raketen sowie Marschflugkörpern. Die jüngsten Angriffe zielten auf die Regionen Winnyzja, Sumy und Poltawa ab, während sich in Tschernihiw eine weitere Eskalationsstufe in Form einer Verletzung und Sachschäden abspielte.
Des Weiteren wurde in der Region Charkiw kritische Infrastruktur, darunter auch eine Einheit des Zivilschutzes, angegriffen. Selenskyj warf Russland gezielte Doppelschläge vor, die auch Rettungskräfte und Energieversorger treffen sollen. Der ukrainische Präsident unterstrich, dass Kremlchef Wladimir Putin lediglich die Sprache des Drucks zu verstehen scheine und pochte auf starke, unterstützende Entscheidungen seitens der USA, Europas und anderer Partner. So soll beim Treffen mit Trump die Freigabe für den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern mit einer Reichweite von etwa 2.500 Kilometern thematisiert werden.
In der gleichen Nacht wurde landesweit Luftalarm in der Ukraine ausgelöst, während zeitweise Stromabschaltungen aufgrund vorausgegangener russischer Attacken die Bevölkerung belasteten.
Auch auf russischer Seite kam es zu Energieunterbrechungen. In der Grenzregion Belgorod, nach Angaben des Gouverneurs Wjatscheslaw Gladkow, könnten Stromabschaltungen im Kreis Waluiki und Verletzungen infolge eines ukrainischen Angriffs auf ein Infrastrukturobjekt Folgen sein. Außerdem klagte Gouverneur Alexander Gussew über Stromausfälle in einigen Siedlungen des südrussischen Gebiets Woronesch. Auch im Kreis Nowonikolajewski, Region Wolgograd, kam es durch Drohnenteile zu Schäden an einem Umspannwerk und damit zu weiteren Unterbrechungen.

