Angriffe auf Energieinfrastruktur der Ukraine verschärfen Versorgungskrise
Die Ukraine steht erneut vor erheblichen Herausforderungen in der Energieversorgung, da erneute russische Luftangriffe weiträumige Stromausfälle verursacht haben. Betroffen sind insbesondere die Regionen Charkiw und Schytomir, wie das Energieministerium in Kiew berichtete. Notfall- und Wiederherstellungsarbeiten werden in den betroffenen Gebieten unter Berücksichtigung der Sicherheitslage durchgeführt. Im Gebiet Dnipropetrowsk wurden aufgrund früherer Netzschäden durch den staatlichen Versorger Ukrenergo Notabschaltungen angeordnet.
Darüber hinaus wurden Drohnenangriffe in Lwiw, Kiew und den frontnahen Städten Slowjansk und Kramatorsk gemeldet. Diese Vorkommnisse verdeutlichen, wie fragil die Energieversorgung des Landes geworden ist. Interessanterweise wurde dieser Angriff mit 82 Drohnen eingestuft – im Vergleich zu intensiveren Angriffen der letzten Wochen bemerkenswert schwach. Der ukrainische Geheimdienst SBU berichtete, dass seit Anfang Oktober zahlreiche Energieeinrichtungen, darunter Wasserkraftwerke und Umspannwerke, gezielt angegriffen wurden. Diese Angriffe sind aufgrund ihrer schwerwiegenden Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu klassifizieren.
Die Lage in Kiew bleibt besonders angespannt. Die Hauptstadt leidet unter Netzbeschränkungen, sodass geplante stundenweise Stromabschaltungen nicht umgesetzt werden können, was die Unsicherheit für die Bewohner verstärkt. Die Millionenmetropole lahmt seit einem schweren Angriff vom vergangenen Freitag nahezu vollständig, da Strom, Heizung und Wasserversorgung nur schrittweise repariert werden können. Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko für die unzureichende Vorbereitung auf solche Krisen.
Der Konflikt zwischen Selenskyj und Klitschko eskaliert weiter, wobei Klitschko von „ununterbrochenem Hass“ seitens der Führung spricht. Er bemängelte die mangelnde Kommunikation seitens des Präsidenten trotz andauernder Konflikte. Auch in Odessa am Schwarzen Meer führt die angespannte Lage weiterhin zu Notabschaltungen.

