Angespannte Lage in Kommunen trotz sinkender Asylbewerberzahlen
Obwohl die Anzahl der Asylbewerber in Deutschland deutlich gesunken ist, warnen Kommunen vor zu frühem Optimismus in der Versorgungssituation. André Berghegger, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, betonte in einem Interview mit der 'Rheinischen Post' die Notwendigkeit einer dringend erforderlichen Atempause. Dennoch seien die Bedingungen in den Städten und Gemeinden weiterhin angespannt.
Berghegger hob hervor, dass mehr als 1,2 Millionen Menschen aus der Ukraine aufgenommen wurden, zusätzlich zu den über 850.000 Asylanträgen seit 2022. Diese Menschen mit Bleiberecht stellen die Kommunen vor enorme Herausforderungen, insbesondere bei der Integration, Unterbringung und Versorgung.
Besonders belastet sind die Bereiche Kita, Schule und der Arbeitsmarkt. In Gebieten mit ohnehin angespannten Wohnungsmärkten ist es eine große Herausforderung, ausreichenden Wohnraum für die Menschen mit Bleiberecht bereitzustellen. Daher bleiben viele Flüchtlingsunterkünfte weiterhin belegt.
Die Anzahl der Asylanträge hat im ersten Halbjahr erheblich abgenommen. Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zufolge, stellten nur noch 61.336 Personen erstmalig einen Antrag auf Schutz in Deutschland, was einem Rückgang von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

