Angespannte Lage in der Ostukraine: Angriffe auf Charkiw und russische Städte
Die jüngste Gewaltwelle im Ukraine-Konflikt bleibt besorgniserregend: In der vergangenen Nacht wurden bei russischen Angriffen auf Charkiw nach Angaben der örtlichen Behörden neun Menschen verletzt. Unter den Verwundeten befinden sich auch Frauen, die sich in einem Entbindungsstation aufhielten, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mitteilte. Positiv anzumerken ist, dass keine Kinder zu Schaden kamen. Erneut warf Selenskyj dem russischen Militär vor, gezielt Zivilisten anzugreifen.
Neben Charkiw wurden auch die Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw, Sumy und Odessa Opfer von Angriffen. Die russischen Streitkräfte scheinen unnachgiebig, setzen weiterhin Bomben, Raketen und Drohnen ein. Vor diesem Hintergrund hebt die ukrainische Führung die Bedeutung einer verstärkten Flugabwehr hervor, um die Menschen in den betroffenen Gebieten besser zu schützen.
Auf beiden Seiten sind Luftangriffe allgegenwärtig. Ein kürzlich veröffentlichter UN-Bericht zeigt eine alarmierende Zunahme von zivilen Opfern durch russischen Beschuss im Juni – der höchste Stand seit drei Jahren. Im Zuge der Verteidigungsmaßnahmen erwiderte die Ukraine die Angriffe mit dem Beschuss von Zielen auf russischem Boden.
Besonders betroffen war die Region Tula, südlich von Moskau, wo durch ukrainische Drohnenangriffe ein Mensch ums Leben kam und ein weiterer verletzt wurde. Die Region ist bekannt für ihre Rüstungsindustrie, wobei die Angriffe sich gegen ein Viertel richteten, in dem drei Waffenfabriken stehen. Auch eine Drohnenfabrik in Dubna, in der Nähe von Moskau, wurde laut Medienberichten Ziel eines Angriffs, wobei über eventuelle Schäden noch keine Informationen vorliegen.

