Analyst: Der Bitcoin-Zyklus ist intakt, wird jedoch nicht mehr rein von Marktmechanismen getrieben

Laut Markus Thielen, Leiter der Forschung bei 10x Research, existiert der bekannte vierjährige Bitcoin-Zyklus weiterhin, aber die Treiber dieses Rhythmus haben sich verändert. Während eines Podcasts auf The Wolf Of All Streets erklärte er, dass die zeitliche Abfolge der Halvings nicht mehr die Hauptkraft sei. Stattdessen spielen nun die Zeitpunkte von Wahlen, die Aktionen der Zentralbanken und die Kapitalflüsse eine größere Rolle.
Verschiebung von Halving zu Politik und Liquidität
Thielen hob hervor, dass die großen Bitcoin-Hochs 2013, 2017 und 2021 alle im vierten Quartal stattfanden. Er glaubt, dass diese Höhen eher mit Wahlzyklen und politischer Unsicherheit zusammenhängen als mit der zeitlichen Abfolge der Halvings.
Ihm zufolge gibt es zusätzliche Marktängste darüber, ob die Partei des amtierenden Präsidenten die Kontrolle über den Kongress behält. Dies könnte Politik und Investorenentscheidungen beeinflussen, so Thielen, wobei er US-Präsident Donald Trump bei der Diskussion über aktuelle politische Wahrscheinlichkeiten erwähnte. Die Botschaft war klar: Politik verändert Erwartungen, und Erwartungen bewegen die Preise.
The four-year cycle is still intact, but it’s driven by midterm elections, not the halving.@markus10x pic.twitter.com/5td8bLgb20
— The Wolf Of All Streets (@scottmelker) December 13, 2025
Liquidität und institutionelle Vorsicht
Der jüngste Leitzinssenkung der Fed löste keine übliche breite Rallye bei Risikoanlagen aus. Institutionelle Investoren, die nun eine größere Rolle in den Kryptomärkten spielen, agieren vorsichtiger, da die politischen Signale uneinheitlich bleiben und die Liquidität angespannter aussieht.
Laut Thielen sind die Kapitalzuflüsse in Bitcoin im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt, was den Nachfragedruck vermindert hat, der die Preise zuvor in die Höhe getrieben hat. Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX, äußerte im Oktober einen ähnlichen Punkt und sagte, dass globale Liquidität, nicht ein automatischer Vierjahrestakt, die Hauptbewegungen bei Kryptowährungen immer bestimmt hat. Halvings könnten manchmal mit Rallyes übereinstimmen, seien jedoch oft zufällig.
Bitcoin fiel in einem dünnen Sonntagshandel unter $90.000, ein Zeichen für eine fragile Nachfrage bei geringen Handelsvolumina. Ether zeigte relative Stärke, während große Altcoins hinterherhinkten. Händler positionieren sich vor einer ereignisreichen Woche mit US-Daten und Zentralbankveranstaltungen, was Signalen, die Liquidität und Risikobereitschaft beeinflussen, einen hohen Stellenwert einräumt. Mit institutionellen Handelsabteilungen, die makroökonomische Berichte genau beobachten, wird die Dynamik wahrscheinlich von Kapitalflüssen statt von Kalenderdaten abhängen.
Was das für Investoren bedeutet
Die klarste Erkenntnis ist einfach: Das Vierjahresmuster kann immer noch helfen, Erwartungen zu rahmen, sollte jedoch nicht als Regel behandelt werden. Halvings beeinflussen die Versorgung und die Ökonomie der Miner und sind für einige Marktakteure von Bedeutung, aber in einem Markt, der von großen Fonds und ETFs geprägt ist, sind die eigentlichen Treiber Bargeld- und Kreditbedingungen.
Wenn die Liquidität gelockert wird, können die Preise steigen. Wenn sie angespannt ist, können Rallyes enden. Diese Lektion ist zentral in den Ansichten von sowohl Thielen als auch Hayes.
Politik und Liquidität sind nun zentral für die Bitcoin-Zyklen. Berichte deuten darauf hin, dass sich das Muster von einem rein mechanischen Zeitplan hin zu einem durch breitere Geldbedingungen und politische Zeitlinien beeinflussten Modell verschoben hat. Marktteilnehmer scheinen auf wirtschaftliche Nachrichten und Signale von Zentralbanken ebenso zu reagieren wie auf den Block-Belohnungszeitplan.

