Alzchem trotzt widrigem Umfeld: Wachstumskurs geht weiter
Der Spezialchemie-Hersteller Alzchem hat seine Wachstumsstrategie trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds im dritten Quartal mit Erfolg fortgesetzt. Sowohl beim Umsatz als auch bei den Ergebnissen verzeichnete das Unternehmen Zuwächse. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die gezielte Ausrichtung auf margenstarke Spezialchemikalien sowie die Steigerung der Innovations- und Produktionseffizienz 'Made in Germany', so der im SDax gelistete Konzern bei der Veröffentlichung seiner Zahlen in Trostberg. Alzchem bleibt weiterhin optimistisch hinsichtlich seiner Jahresziele.
An der Börse fand die Quartalsbilanz positiven Anklang. Die Aktien legten am Vormittag nahezu acht Prozent zu und zählten zu den größten Gewinnern im SDax. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs der Alzchem-Aktie um etwa 180 Prozent erhöht.
Im abgelaufenen Quartal stieg Alzchems Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als sechs Prozent und erreichte rund 137 Millionen Euro. Besonders die ungebrochene Nachfrage nach Spezialchemikalien, die dem Unternehmen höhere Margen einbringen, trug zu diesem Ergebnis bei. So brachte unter anderem das Geschäft mit Kreatin-Produkten für Lebensmittel und Tierernährung weiteren Rückenwind.
Das Ebitda kletterte um etwa 20 Prozent auf knapp 30 Millionen Euro. Laut Volker Bosse von der Baader Bank übertraf das operative Ergebnis die Markterwartungen um fünf Prozent. Diese Quartalsergebnisse bestätigen seine Meinung, dass Alzchems langfristige Investitionsstrategie intakt und voller Potenzial ist. Unterm Strich verzeichnete Alzchem im Sommerquartal einen Gewinn von 16,3 Millionen Euro, gegenüber 12,4 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Für das gesamte Jahr strebt das Management einen Umsatz von rund 580 Millionen Euro sowie ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von 113 Millionen Euro an. Im vergangenen Jahr erzielte Alzchem einen Umsatz von über 554 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von gut 105 Millionen Euro.
Parallel dazu läuft die Erweiterung der Produktionskapazitäten für Nitroguanidin in Deutschland nach Plan. Diese chemische Verbindung wird vielseitig eingesetzt, etwa in Pflanzenschutzmitteln, als Auslöser für Airbags sowie in Munitionsanwendungen. Die neue Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 ihren Betrieb aufnehmen. Zudem prüft Alzchem mögliche Standorte in den USA, um eine zusätzliche Nitroguanidin-Produktionsanlage zu errichten. Die Standortsuche soll bis Ende 2026 abgeschlossen, und der Bau bis 2029 vollendet sein.

