Alles PayPal? Die spannendsten eWallet-Alternativen 2026
Europäische Lösungen, neue Wallets, FinTech-Apps, Prepaid-Systeme und mobile Bezahldienste, die PayPal in Sachen Komfort, Tempo und Gebühren teilweise deutlich übertreffen. Schauen wir uns einige aufsteigende Vertreter ihrer Art genauer an.
Warum überhaupt Alternativen?
Neben wachsenden Zweifeln an der Abhängigkeit von einem einzelnen US-Anbieter haben auch die großen Störungen im Sommer 2025 dazu beigetragen, dass viele nach Alternativen suchen. Seinerzeit hatten Banken wegen Betrugsverdachts zeitweise Milliardenbeträge an PayPal-Lastschriften stoppten. Dies zeigt, wie verwundbar das bestehende System ist. Gleichzeitig drängen Anbieter wie Apple, Google, Revolut oder auch neue Initiativen wie Wero in den Markt und machen vieles anders.
Apple Pay & Google Pay | Big Tech im Alltag
Obwohl Apple Pay und Google Pay technisch keine eigenen Konten sind, wirken sie für die meisten Nutzer mittlerweile fast wie PayPal-Alternativen. Beide Dienste speichern Karten (oder auch PayPal selbst) digital im Smartphone und ermöglichen sekundenschnelle Zahlungen im Einzelhandel, in Apps und in vielen Online-Shops.
Für Nutzer fallen praktisch keine Zusatzkosten an. Apple oder Google berechnen keine eigenen Gebühren. Was der Nutzer zahlt, entspricht dem Betrag, der ohnehin über die hinterlegte Debit- oder Kreditkarte laufen würde. Händler sparen im Vergleich zu PayPal bares Geld, weil nur die normalen Kartengebühren anfallen. Diese liegen in der EU durch die Interchange-Deckelung meist deutlich unter den Gebühren von PayPal.
Flexepin, Paysafecard & Co. | eWallets ohne Konto
Eine Alternative ganz anderer Art ist Flexepin. Es ist ein Prepaid-Voucher, ähnlich wie Paysafecard, der wie digitales Bargeld funktioniert. Nutzer kaufen online oder im Laden einen Code und können damit sofort bei teilnehmenden Online-Diensten bezahlen. Ähnlich wie Paysafecard wird auch dieser Dienst dadurch gestärkt, dass in der Online-Spielothek und im Casino mit Flexepin das Konto sehr schnell aufgeladen werden kann, ohne eigene Zahlungsdaten hinterlegen zu müssen.
Flexepin eignet sich daher vor allem für alle, die ihre Bankdaten nicht an Händler weitergeben möchten oder schlicht kein Bankkonto für Online-Zahlungen nutzen wollen. Solange der Gutscheincode innerhalb der Gültigkeitsfrist eingelöst wird, fallen in der Regel keine zusätzlichen Gebühren an. Händler zahlen eine Provision an Flexepin, deren genaue Höhe individuell vereinbart wird. Üblich ist ein niedriger einstelliger Prozentbereich. Das ist zwar weniger flexibel als PayPal, dafür aber anonymer und mit weniger Risiko verbunden.
Wero | Europas große Chance
Kaum eine Entwicklung wird im europäischen Zahlungsverkehr so aufmerksam verfolgt wie Wero. Die „European Payments Initiative“ (EPI) möchte damit eine echte europäische Alternative zu PayPal schaffen, die direkt in die Banking-Apps vieler großer Banken integriert ist.
Wero basiert nicht auf Karten, sondern auf SEPA Instant. Das sind direkte Überweisungen, die in unter zehn Sekunden auf dem Empfängerkonto ankommen. Händler wie Lidl, Kaufland oder Hornbach sind zum Online-Marktstart im November 2025 bereits im Boot.
Für Nutzer ist die Lösung einfach. Wero funktioniert direkt aus der Bank-App heraus und kostet nichts extra. Für Händler könnte der Dienst zur Revolution werden, denn Echtzeit-Zahlungen ohne Kartennetzwerk senken die Gebühren spürbar. Erste Zahlen aus Pilotprojekten zeigen, dass Wero-Transaktionen je nach Setup bis zu 75–80 % günstiger sein können als klassische Kartenzahlungen. Im direkten Vergleich mit PayPal ist die Differenz noch deutlicher. Der größte Nachteil ist derzeit die Bekanntheit.
Revolut und Wise | FinTechs als vielseitige Wallets
Revolut und Wise sind weniger Bezahlknöpfe im Checkout, als eher digitale Finanz-Apps, die ein Konto, Multi-Currency-Funktionen, Karten und Online-Zahlungen kombinieren. Trotzdem lohnt der Vergleich, weil beide Dienste in Europa extrem verbreitet sind.
Revolut bietet ein kontobasiertes System, das Nutzer in der Basisversion nichts kostet. Währungsumrechnungen laufen zu fairen Kursen, kleine Aufschläge gibt es nur am Wochenende. Für Händler, die Revolut Pay nutzen möchten, bewegt sich die Gebühr für Zahlungen mit europäischen Karten bei rund 1 % + 0,20 €, also deutlich unter PayPal.
Wise wiederum ist ideal, wenn man häufig international bezahlt oder Geld empfängt. Die Gebühren für Überweisungen im Ausland gehören zu den niedrigsten am Markt und liegen je nach Währung zwischen 0,33 und 0,64 %.
Vergleichstabelle | Gebühren & Nutzung
| Methode | Kosten für Verbraucher | Typische Händlerkosten | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|---|
| PayPal | Käufe kostenlos, teure Umrechnungsgebühren | ca. 2,49 % + Fixgebühr | Sehr verbreitet, Käuferschutz | Hohe Gebühren |
| Apple Pay | Keine Zusatzkosten | Kartengebühren meist 0,5–1,5 % | Sehr komfortabel, mobil | Apple-Gerät + Kartenanbieter nötig |
| Google Pay | Keine Zusatzkosten | Kartengebühren wie Apple Pay | Breite Gerätebasis | Abhängig von Kartenanbietern |
| Wero | Kostenlos (falls SEPA Instant gratis) | Meist < 0,5 % | Europäisch, extrem günstig, Echtzeit | Bekanntheit noch gering |
| Revolut Pay | Keine Zusatzkosten | ca. 1 % + 0,20 € | Günstig, vielseitige App | Teurer bei internationalen Karten |
| Wise | Sehr günstige FX-Gebühren | Keine breite Checkout-Lösung | Bestes für Auslandszahlungen | Kein PayPal-ähnlicher Button |
| Flexepin | Keine Gebühr bei fristgerechter Nutzung | Händlerprovision im niedrigen %-Bereich | Anonym, sicher, flexibel | Kein universelles eWallet |


