Aldi Süd krempelt Frischfleischsortierung um: Haltungsformen im Fokus
Aldi Süd sorgt mit einem innovativen Ansatz zur Neuanordnung seiner Kühltheken für Aufsehen: Der Discounter stellt die Sortierung um und fokussiert sich zukünftig auf Haltungsformen statt Tierarten. Ziel ist es, den Kundinnen und Kunden ein einfacheres Auffinden verschiedener Produkte zu ermöglichen.
Das freiwillige Kennzeichnungssystem für Fleischprodukte deckt fünf Stufen ab, von "Stall" (Stufe 1) bis "Bio" (Stufe 5). Die Kühlbereiche werden farblich gekennzeichnet: Blau für konventionelle Haltungsformen (1 und 2), Grün für höhere Haltungsformen (3, 4 und 5) und Rot für aktuelle Angebote.
Trotz neuer Strukturierung wird Hackfleisch aller Haltungsformen im grünen Bereich zu finden sein, um die stärkere Kühlung zu gewährleisten. Kritische Stimmen lassen nicht lange auf sich warten, denn Verbraucherschützer warnen vor möglichen Missverständnissen bei der neuen farblichen Ordnung.
Heike Silber von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bemängelt, dass die farbliche Kennzeichnung nicht immer der enthaltenen Haltungsform entspricht. Ob rechtliche Schritte gegen das neue Konzept eingeleitet werden, bleibt abzuwarten, da eine genaue Prüfung in einer Aldi-Filiale noch aussteht.
Auch in der Branche stößt die Umstellung auf unterschiedliche Reaktionen. Während Lidl und Kaufland am traditionellen Sortierprinzip festhalten und Bio-Produkte direkt neben konventionellen platzieren, zeigt sich die Edeka-Gruppe offener und prüft den neuen Ansatz.
Aldi Nord hingegen bleibt bei der bisherigen Organisation nach Tierarten. Insgesamt bewegt sich der Markt hin zu besserer Tierhaltung. Große Ketten planen langfristig eine Umstellung auf höhere Haltungsformen für Eigenmarken-Produkte.
Der Verbrauch von Rindfleisch der untersten Kategorie ist zwar hoch, jedoch leicht rückläufig, was auf einen Trend zu besseren Tierhaltungsbedingungen hindeutet.

