Aktienmärkte: Von Höhenflügen und Zinspolitik
Die asiatischen Märkte zeigten am Freitag überwiegend Verluste, nachdem eine beeindruckende Rallye der Technologie-Aktien, angeführt von Nvidia und Intel, der Wall Street zu neuen Rekordhöhen verholfen hatte.
Der Nikkei 225 in Japan wechselte von Gewinnen zu Verlusten und fiel um 0,61% auf 45.025,88 Punkte im Nachmittagsverlauf, nachdem die japanische Zentralbank beschloss, ihren Leitzins unverändert bei 0,5% zu belassen. Zudem verriet neu veröffentlichte Daten, dass die jährliche Inflation Japans im August auf ein Zehnmonatstief von 2,7% gesunken war.
In China verzeichnete der Hang Seng-Index in Hongkong einen Anstieg um 0,15% auf 26.584,50, während der Shanghai Composite Index einen geringen Rückgang um 0,19% auf 3.838,94 erlitt. Anleger warten gespannt auf ein Telefonat zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, bei dem über Zölle und die Betriebsrechte von TikTok in den USA gesprochen werden soll.
Unterdessen stieg Australiens S&P/ASX 200 um 0,67% auf 8.803,60, nachdem am Vortag Verluste durch Anzeichen einer sich abschwächenden Arbeitsmarktlage verzeichnet worden waren. Südkoreas Kospi fiel um 0,68% auf 3.437,78, während der indische BSE Sensex um 0,47% nachgab und damit frühere Gewinne wieder verlor. Taiwans Taiex sank um 0,4%.
An der Wall Street setzte sich der Höhenflug fort: Der S&P 500 stieg um 0,48% und visiert die dritte Gewinnwoche in Folge an. Der Dow Jones Industrial Average legte um 124 Punkte (0,27%) zu und der Nasdaq Composite kletterte um 0,94%, wobei alle drei Indizes neue Höchststände erreichten.
Bemerkenswert war der Kursanstieg von Intel um 22,77% auf den besten Wert seit 1987, nachdem Nvidia angekündigt hatte, Aktien im Wert von $5 Milliarden zu erwerben. Diese Zusammenarbeit zielt auf die Entwicklung neuer Produkte für Datenzentren und PCs ab. Nvidia selbst gewann 3,49% hinzu und blieb die stärkste Kraft im S&P 500, als derzeit wertvollstes Unternehmen der Wall Street.
Gleichzeitig signalisierten positive Wirtschaftsberichte einen Anstieg der Renditen am Anleihemarkt, darunter Meldungen über weniger gestellte Anträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet in den USA. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich der Anstieg der Entlassungen abschwächt, was als Erleichterung nach einem besorgniserregenden Anstieg der Vorwoche wahrgenommen wird.
Die Erwartungen an der Wall Street sind hoch, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen weiter senken wird, wobei ein unerwarteter Stopp die Aktienkurse zum Einbruch bringen könnte. Kritiker meinen jedoch, dass die Aktienkurse bereits durch Spekulationen auf kontinuierliche Zinssenkungen übermäßig hochgeschossen sind.

