Aktienmärkte im Aufwind: Hoffnungsschimmer trotz Zollschock
Nach einer dreitägigen Talfahrt hat der deutsche Aktienmarkt einen Hoffnungsschimmer erblickt. Die zuletzt angekündigten US-Zölle gegen acht europäische Länder wurden nach einem Dialog zwischen US-Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte zurückgezogen. Auch hinsichtlich der Ukraine-Friedensverhandlungen gibt es positive Entwicklungen, da eine neue Gesprächsrunde zwischen Vertretern der USA, der Ukraine und Russlands geplant ist.
Zusätzliche Erholung am Aktienmarkt wurde durch Zweifel des Obersten US-Gerichts an der Entlassung der Fed-Direktorin Lisa Cook und der damit verbundenen Bekräftigung der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed befeuert. Christine Romar, Europa-Chefin von CMC Markets, hob die dadurch wieder aufkommende positive Aktienstimmung hervor.
Der Dax legte am Ende des Handelstags um 1,20 Prozent zu und schloss auf 24.856,47 Punkten, nachdem er zuvor bis knapp unter 25.000 Punkte gestiegen war. Der MDax stieg um 2,40 Prozent auf 31.687,04 Punkte. In ganz Europa wurden ebenfalls Gewinne verzeichnet; der EuroStoxx 50 kletterte um 1,25 Prozent. Auch der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 konnten zulegen. Parallel dazu zogen die US-Börsen ebenfalls an.
Ein weiteres Gesprächsthema war die Übereinkunft zwischen Trump und Rutte auf dem Wirtschaftsforum in Davos, einen Rahmen für ein Abkommen über Grönland und die Arktisregion zu schaffen. Details dazu stehen jedoch noch aus. Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners betonte, dass das Wichtigste die Absage der drohenden Zusatzzölle sei. Marktanalyst Daniel Kostecki von CMC Markets zeigte sich jedoch mit Blick auf mögliche militärstrategische und rohstoffpolitische Aspekte skeptisch, ob Europa dabei vorteilhafte Vereinbarungen erzielen könne.

