Ahaus und die Castoren: Ein Protest gegen den Transport von Atommüll
Im Streit um die möglichen Atommülltransporte nach Ahaus haben Anti-Atomkraft-Initiativen und der BUND in Nordrhein-Westfalen die politische Ebene alarmiert und neue Protestaktionen angekündigt. In einem eindringlichen Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider, den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur fordern sie kurzfristige Gespräche zwischen den Entscheidern auf Bundes- und Landesebene.
Der Hintergrund ist die voraussichtlich bevorstehende Genehmigung für den Transport von insgesamt 190 Castorbehältern mit hochradioaktivem Atommüll, der derzeit in Jülich und Garching lagert. Die SPD-Opposition in NRW rechnet in Kürze mit der Erlaubnis für den Transport dieser gefährlichen Fracht.
Die Initiativen bewerten das Vorhaben als überdimensioniertes und riskantes Manöver auf maroden Autobahnen, das über Jahre hinweg dauern könnte. Die bestehende Genehmigung des Ahauser Zwischenlagers läuft schon 2036 aus, und ein Antrag auf Erneuerung ist erst für 2028 vorgesehen. Diese Unsicherheiten machen die Transporte in ihren Augen rechtlich ungeklärt. Die bestehende Lagerhalle wird zudem als marode und veraltet beschrieben, was die Situation weiter kompliziert.
Ohne eine Lösung der Endlagerfrage sollen keine Transporte stattfinden, fordern die Gegner. Sie kritisieren, dass in den letzten Jahren keine ernsthaften Verhandlungen über nachhaltige Entsorgungslösungen geführt wurden. Am 31. August ist ein "außerordentlicher Sonntagsspaziergang" am Zwischenlager geplant, und für den 4. Oktober eine größere Demonstration in der Ahauser Innenstadt.
Die SPD-Fraktion im Landtag erwartet, dass die Genehmigung durch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung in Kürze erteilt wird, womit die Transporte bereits im vierten Quartal beginnen könnten. Diese würden über mehrere Jahre hinweg das Land durchqueren, was von den Atomkraft-Gegnern mit Argusaugen verfolgt werden dürfte.

