Ägyptens Militärstrategie: Stabilität an der Grenze zu Israel und Gaza
Das ägyptische Militär sichert mit Nachdruck seine Grenze zu Israel und dem Gazastreifen, während sich dort die militärischen Spannungen zuspitzen. Laut einer am Samstag veröffentlichten Erklärung sieht der Staatsinformationsdienst Ägyptens darin eine Notwendigkeit zur Abwehr sämtlicher Gefahren wie Terror und Schmuggel.
Die Stationierung der Truppen erfolgt im Rahmen des Friedensvertrags mit Israel. Bereits 1979 war Ägypten das erste arabische Land, das mit Israel einen Friedensvertrag schloss.
Die jüngsten Ereignisse im Gaza-Konflikt haben dieses Verhältnis jedoch merklich belastet. Präsident Abdel Fattah al-Sisi bezeichnete kürzlich Israel als 'Feind' – eine Wortwahl, die seit seiner Amtseinführung 2014 einmalig ist. Israel hingegen warnt, sein gegenwärtiges Verhalten könnte bestehende Friedensabkommen gefährden.
Mit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 wächst in Ägypten die Sorge über eine mögliche Migrationswelle von Palästinensern in den Nord-Sinai. Präsident al-Sisi sieht dies als Bedrohung für die nationale Sicherheit und zieht eine rote Linie an der Grenze.
Die ägyptische Kontrolle über den Grenzübergang Rafah, die einzige nicht von Israel kontrollierte Passage, steht dabei im Fokus. Berichte von Axios, einer Nachrichtenseite, heizen die Spannungen zusätzlich an. Geht es nach israelischen Regierungsquellen, so rüstet Ägypten im Sinai auf und errichtet Infrastruktur, die für militärische Zwecke genutzt werden könnte – eine Verletzung der Friedensvereinbarungen, die nur leichte Waffen gestatten. Israel plant demnach, über die amerikanischen Verbündeten Druck auf Kairo auszuüben, um diese Entwicklungen zu stoppen.

