Abschied von Bühnenikonen: Die Kessler-Zwillinge sterben zusammen in Grünwald
Die sich für immer ergänzenden Kessler-Zwillinge, Alice und Ellen, haben ihr gemeinsames Leben in beispielloser Symbiose geführt. Seit Kindheitstagen standen sie zusammen auf der Bühne, lebten zusammen und nun folgte ihnen sogar der Tod Seite an Seite. Im Alter von 89 Jahren starben die weltberühmten Entertainerinnen in ihrem Zuhause in Grünwald bei München, wie aus Berichten der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Die Polizei bestätigte ihren Einsatz am Ort des Geschehens, schließt jedoch ein Fremdverschulden aus. Dies wurde ursprünglich von der 'Bild'-Zeitung publik gemacht.
Trotz ihres Rückzugs von der Bühne blieben sie kritische Augenzeugen der Theaterkunst, besonders im Deutschen Theater in München, wo sie regelmäßig auf der Gästeliste standen. Bekannt für ihre atemberaubende Karriere, die in den glamourösesten Städten der Welt von New York bis Rom Schallwellen schlug, starteten die in der Nähe von Leipzig geborenen Zwillinge gerade einmal 20-jährig in Paris. Sie waren aus der DDR geflohen und erlebten auf den Brettern Düsseldorfs ihren Durchbruch, entdeckt vom Direktor des Lido.
In den 1960er Jahren sorgten sie mit glamourösen Auftritten an der Seite von Stars wie Fred Astaire und Frank Sinatra für Furore. Ein Filmangebot gemeinsam mit Elvis Presley lehnte das Duo jedoch ab, um sich vor der Festlegung auf das Genre des Musikfilms zu schützen. In Italien feierten sie ihren Karrieregipfel mit dem Musical 'Viola violino viola d'amore', was selbst ihre größten Kritiker überraschte.
Ihr privates Leben in Grünwald war so engverwoben wie ihre Karrieren, ein Umstand, der für ihre Fähigkeit, gemeinsam auf der Bühne zu bestehen, von zentraler Bedeutung war. Bis ins hohe Alter waren sie aktiv und zeigten Solidarität, indem sie auch noch mit 86 Jahren Erinnerungen und Kostüme für wohltätige Zwecke feilboten.
Zum Schluss charakterisierte Alice Kessler ihr Erfolgsgeheimnis: Disziplin, Dankbarkeit, Demut und das unerschütterliche Band der Zweisamkeit. Im Tod wollten sie, testamentarisch verfügt, in derselben Urne zur Ruhe gebettet werden - ein symbolträchtiger Abschluss für ein Leben im Scheinwerferlicht und in ergreifender Einheit.

