9 Gründe, warum der Bitcoin-Boden bereits erreicht sein könnte: Experte

17. April 2026, 05:44 Uhr · Quelle: BTCStar
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John Haar erklärt, warum der Bitcoin-Boden bereits erreicht sein könnte, basierend auf günstigeren makroökonomischen Faktoren im Vergleich zu 2022.

John Haar, Managing Director bei Swan Bitcoin, argumentierte kürzlich, dass der Marktvergleich zwischen dem aktuellen Zyklus und dem Bärenmarkt von 2022 einen wesentlichen Punkt übersehe: Die Rahmenbedingungen haben sich geändert. In einem Beitrag auf X erklärte Haar, dass der Bitcoin-Kursbereich von etwa $65.000 bis $70.000 in den letzten zwei Monaten als Unterstützung fungiert habe und möglicherweise bereits den Zyklusboden darstelle.

Sein Argument basiert auf einer einfachen Unterscheidung. Die Faktoren, die Bitcoin 2022 unter Druck setzten – Inflationsschock, aggressive geldpolitische Straffung, zusammenbrechende Liquidität und branchenweite Ansteckung – seien seiner Ansicht nach heute entweder verschwunden oder deutlich schwächer. „Diejenigen, die einen weiteren Rückgang vorhersagen, ziehen Vergleiche zu 2022“, schrieb Haar. „Aber das makroökonomische, regulatorische und institutionelle Umfeld ist heute grundlegend anders. Die neun strukturellen Faktoren unten zeigen, warum der Vergleich mit 2022 wahrscheinlich nicht zutrifft.“

Ein anderes makroökonomisches Umfeld

Haar begann mit dem makroökonomischen Hintergrund und stellte Inflation und Geldpolitik als ersten großen Unterschied zum letzten Zyklus dar. 2022 erreichte der Verbraucherpreisindex ein 40-Jahres-Hoch, was die Kaufkraft schmälerte und der Federal Reserve einen klaren Grund gab, die Geldpolitik aggressiv zu straffen. Heute beschrieb er die Inflation als stabilisiert bei etwa 2,5% bis 3% im Jahresvergleich, ein Niveau, das er als weit weniger bedrohlich für Risikoanlagen ansieht.

Dieses Argument erstreckt sich auf Zinssätze, die Bilanz der Fed und das Wachstum der Geldmenge. Haar schrieb, dass 2022 „der schnellste Zinserhöhungszyklus der modernen Geschichte“ stattfand, während das aktuelle Umfeld durch stabile oder leicht niedrigere Zinssätze geprägt sei. Er verwies auch auf eine Rückkehr zur Bilanzausweitung und ein mehrjähriges Wachstum der Geldmenge M2, was er als Unterstützung für die Liquidität und nicht als Gegenwind ansieht.

Auch die Fiskalpolitik spielt eine wichtige Rolle. Haar argumentierte, dass die US-Defizitausgaben seit mehr als drei Jahren auf einem hohen Niveau von etwa 5% bis 6% des BIP geblieben sind, ohne dass ein nennenswerter Rückgang in Sicht ist. Insgesamt lautet seine Botschaft, dass der makroökonomische Motor, der den Rückgang 2022 antrieb, durch einen ersetzt wurde, der mindestens neutral und potenziell unterstützend wirkt.

Ansteckung damals und heute

Haar wechselte dann von der Makroökonomie zur Struktur des Kryptomarktes. Seiner Darstellung nach war 2022 nicht nur ein Rückgang, sondern ein institutionelles Versagen über eng verbundene Unternehmen hinweg. Terra/Luna, Celsius, BlockFi, Three Arrows Capital, Voyager und FTX kollabierten in Folge, was Verluste verstärkte und das Vertrauen in den Sektor zerstörte.

Er verglich diese Periode mit der heutigen Umgebung, indem er argumentierte, dass institutionelle Gegenparteien stärker seien, auch wenn es noch Stressbereiche gebe. „BlockFills ist ein Beispiel für institutionelles Versagen, aber sein Ausmaß ist ein Bruchteil der Ausfälle von 2022“, schrieb Haar. „In diesem Zyklus kursieren Theorien über gezielte, kaskadierende Verkäufe, die letztlich gehebelte Krypto-Fonds zum Implodieren brachten.“

Institutionelle Bitcoin-Nachfrage

Der letzte Teil von Haars These konzentriert sich auf den seiner Meinung nach wichtigsten Unterschied zwischen den Zyklen: das Ausmaß der institutionellen Nachfrage. Er schrieb, dass 2022 etwa $270 Millionen eingesetzt wurden, um rund 8.000 BTC zu erwerben, verglichen mit $22,5 Milliarden im Jahr 2025 für 226.000 BTC und weiteren $8,5 Milliarden im laufenden Jahr 2026 für 108.000 BTC.

Er kombinierte dies mit dem Aufkommen von Spot-Bitcoin-ETFs und einer breiteren Verschiebung in der institutionellen Haltung. „Spot-Bitcoin-ETFs sind mit Milliarden an verwaltetem Vermögen live“, schrieb Haar. „BlackRock bewirbt öffentlich Bitcoin. Morgan Stanley bringt ihren eigenen Spot-Bitcoin-ETF auf den Markt. Vanguard hat seinen Kurs geändert und wird seinen Kunden den Kauf von Spot-Bitcoin-ETFs erlauben.“ Er erwähnte auch, dass das Harvard-Stiftungsvermögen eine beträchtliche Bitcoin-Position halte und argumentierte, dass der Ton der US-Bundespolitik offener unterstützend geworden sei.

Haar vermied es, den Boden als garantiert zu bezeichnen. Er fügte eine Einschränkung hinzu, dass Bitcoin immer noch unter technisch oder strukturell unterstützten Niveaus handeln könne und warnte, dass Schocks wie Krieg, Lieferkettenstörungen oder Energieengpässe das Szenario immer noch aus der Bahn werfen könnten.

Trotzdem war seine übergeordnete Aussage klar: Wenn 2022 durch Straffung, erzwungene Liquidationen und institutionelle Abwesenheit definiert war, könnte dieser Zyklus durch Liquidität, Zugang und tiefere Kapitalpools geprägt sein.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte BTC bei $73.862.

Finanzen / Crypto / Bitcoin / Inflation / Geldpolitik / Spot-ETFs / Institutionelle Nachfrage
17.04.2026 · 05:44 Uhr
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