Filmkritik - 3 Grad kälter (2005)
 
 

3 Grad kälter

Original: 3 Grad kälter
Regie: Forian Hoffmeister
Darsteller: Meret Becker, Grischa Huber
Laufzeit: 104min
FSK: ohne Altersbeschränkung
Genre: Drama, Romanze (Deutschland)
Verleih: 24 Bilder
Filmstart: 16. März 2006
Bewertung: n/a (0 Kommentare, 0 Votes)
Spanien im Spätherbst. Eine einsame Figur am Strand eines aufbrausenden Meeres: Jan, der über Nacht aus seiner deutschen Heimatstadt verschwunden ist und seinen Familien- und Freundeskreis ohne jede Erklärung hinter sich gelassen hat. Seine besten Freunde Marie, Frank und Steini haben sich auf der Suche nach ihm zusammengetan. Doch als Frank ihn schließlich in der Ferne am Strand stehen sieht, verschweigt er dies seinen Freunden. Sie kehren ohne Jan nach Deutschland zurück. Fünf Jahre sind seitdem vergangen, und das Leben in Jans Heimatstadt ist ohne ihn weitergegangen. Marie ist inzwischen glücklich mit Frank verheiratet. Steini zieht mit seiner Freundin Jenny zusammen. Jans jüngerer Bruder Olli verliebt sich in Babette. Doch das harmonische Bild trügt. Das Verschwinden von Jan beschäftigt die Freunde noch immer. Nachts ist Marie in Gedanken mit ihrer großen Jugendliebe Jan beschäftigt und versucht sie in einem Brief an ihn festzuhalten. Doch die Worte, nach denen sie all die Jahre gesucht hat, wollen ihr auch diesmal nicht einfallen und so wirft sie den Brief unachtsam weg. Als Frank ihn am nächsten Morgen zerknüllt im Mülleimer findet, ist er tief berührt von Maries Geständnis, dass sie Jan immer noch liebt. Sein Schweigen vor fünf Jahren sieht Frank nun als Betrug an und er spürt, dass dieser Betrug zu einer unausgesprochenen Barriere zwischen ihm und Marie geworden ist. Frank beschließt, den Brief ohne Maries Wissen an Jan abzuschicken. Jan taucht unerwartet in seiner Heimatstadt auf und bringt das Leben seiner Familie und seines gesamten Freundeskreises aus dem Gleichgewicht. Marie schwankt zwischen Angst, Wut, Liebe und Neugier. Frank versucht seine emotionale Zerrissenheit hinter vermeintlicher Teilnahmslosigkeit zu verstecken. Franks Zurückhaltung verletzt Marie ebenso wie Jans Rückkehr sie herausfordert. Verunsichert versucht sie, einer Konfrontation auszuweichen. Die Situation eskaliert, nachdem Frank nach einem Arbeitsunfall im Krankenhaus übernachten muss. Als Jan und Marie sich endlich gegenüberstehen, scheint eine Annäherung möglich. Nun muss sich Frank den Konsequenzen seines eigenen Handelns stellen. Doch nicht nur für Frank und Marie stellt Jans Rückkehr eine Prüfung dar. Jans Mutter Elisabeth, gezeichnet vom starken Tablettenkonsum, versucht so zu tun, als sei nichts geschehen. Jans Vater Hans-Peter dagegen, sonst in seinem Rechtsanwaltsbüro auf der Flucht vor dem Stillstand der Ehe, kehrt vorzeitig von einem Prozess zurück, um die Familie zu vereinen. Aber die Eintracht ist nur Fassade, und so folgt der höflichen Zurückhaltung unterschwellige Aggression. Jans Bruder Olli flüchtet sich aus dieser familiären Scheinwelt. Verständnis findet er bei Babette. Doch angesichts der Tatsache, dass Babette in wenigen Tagen die Stadt verlassen wird, haben sie keine andere Chance, als ihre Liebe im Hier und Jetzt zu leben, ohne an den anderen Ansprüche für die Zukunft zu stellen. Als einziger steht Steini der Rückkehr von Jan offen und neugierig gegenüber. Doch er muss im Zusammentreffen mit Jan eingestehen, dass sein Leben in den letzten Jahren von Lügen geprägt war. Er lässt keine Gelegenheit aus, um seine Freundin Jenny zu betrügen. Egoistisch verschließt er sich ihrem Bedürfnis nach einer gemeinsamen Zukunft und belügt nicht nur sie, sondern – in seiner Faszination für andere Frauen – auch sich selbst. So streben die Freunde aufeinander zu, doch im entscheidenden Moment flüchten sie immer wieder voreinander. Und jedem einzelnen stellt sich die Frage, was wichtiger ist: zu lieben oder geliebt zu werden. Jan gibt sich als Einziger von diesen Konflikten unberührt. Den Fragen nach den Gründen seines Verschwindens weicht er gleichgültig aus, und seine Freunde erhalten keine Antwort auf diese brennende Frage. Stoisch verschließt er die Augen vor der Auseinandersetzung mit seinen Eltern. Lediglich den Kontakt mit Marie sucht er zielstrebig. Er weiß, dass er bald wieder verschwinden wird, diesmal will er jedoch nicht alleine gehen. Und so kommt es zur unausweichlichen Konfrontation zwischen ihm und Frank. Nun ist es an Marie, eine Entscheidung zu treffen. Als Jan im Morgengrauen die Stadt erneut verlässt, entpuppt sich der Wunsch, dies mit Marie zu tun, als Illusion. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, aber diesmal kann sich Jan am Bett seiner Eltern einem Abschied stellen, Marie und Frank können sich ohne Worte neu begegnen.

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