News CSU fordert Kopftuch-Verbot für Lehrerinnen

Photon schrieb:
Nein, aber das religöse Symbol in der Öffentlichkeit, und darum geht es doch. Niemand will den Leuten die Symbole oder den Glauben rauben. Sondern nur im Sinne einer unvoreingenommenen Erziehung eine Einflußnahme ausschließen.

Ist die Beeinflussung durch einen Lehrer nicht mehr gegeben, wenn die religiösen Symbole bei Lehrern weg ist?

Wer so oberflächlich argumentiert, also ich bitte Dich.

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Ist die Beeinflussung durch einen Lehrer nicht mehr gegeben, wenn die religiösen Symbole bei Lehrern weg ist? [...]
Wie ein Lehrer später dann in seinem Unterricht argumentiert, steht doch auf einem ganz anderen Blatt Papier. Wenn der Lehrer nicht willens oder fähig ist, einen im Sinne unserer Werte und Weltanschauung passenden Unterricht zu gestalten, kann er ermahnt, verwiesen oder entlassen werden. Das ist aber eine ganz andere Sache und hat nichts mit dem Zeigen religöser Symbole zu tun.

Gruß,
Photon
 
Kelle schrieb:
Der Unterschied zu allen anderen Berufskleidungen ist der, dass dort zum Beispiel Schmuckstücke verboten sind, wegen Verletzungsgefahr, Vorschriften wegen der Frisur existieren auch wegen Verletzungsgefahr, Vorschriften aufgrund wirtschaftlicher Aspekte existieren (100 weiße Kittel sind billiger als 100 verschieden bunte), aber es gibt nirgends ein grundloses Verbot von Sachen.
Hmmm, als Bankkaufmann kein sichtbares Piercing (Lippenpiercing, Nasenpiercing) zu haben, ist in meinen Augen schon grundlos. Jedenfalls fällt mir aus Sicht der Arbeitssicherheit kein Grund ein, wieso man sowas verbieten sollte. Trotzdem darf man sowas bei fast allen Banken die ich kenne nicht tragen.
Und solche Vorschriften (teilweise erwartet man von den MAs, dass sie das auch so wissen) gibts es in jeder Firma. Vor allem dann, wenn der Mitarbeiter die Firma gegenüber anderen represäntieren muss.
Und wenn sich jemand den Beruf einer Lehrerin aussucht, sollte der Person auch bewusst sein, dass sie in einem gewissen Rahmen in der Öffentlichkeit steht und es dort auch ungeschriebene Verhaltensweisen gibt. Und dafür zählt bei mir auch ein entsprechendes Outfit.

Übrigens gilt das Nonnenargument nicht wirklich, weil sich das entsprechende Stuttgarter Urteil nur auf BaWü bezieht und nur Lehrerinnen betrachtet, die im Dienst sind. Für alle neu eingestellten Lehrerinnen das Ganze nicht zutreffendb und das würde auch neue Nonnen betreffen (die aber nicht mehr eingestellt werden).

anddie
 
anddie schrieb:
Hmmm, als Bankkaufmann kein sichtbares Piercing (Lippenpiercing, Nasenpiercing) zu haben, ist in meinen Augen schon grundlos. Jedenfalls fällt mir aus Sicht der Arbeitssicherheit kein Grund ein, wieso man sowas verbieten sollte. Trotzdem darf man sowas bei fast allen Banken die ich kenne nicht tragen.
Und solche Vorschriften (teilweise erwartet man von den MAs, dass sie das auch so wissen) gibts es in jeder Firma. Vor allem dann, wenn der Mitarbeiter die Firma gegenüber anderen represäntieren muss.
Und wenn sich jemand den Beruf einer Lehrerin aussucht, sollte der Person auch bewusst sein, dass sie in einem gewissen Rahmen in der Öffentlichkeit steht und es dort auch ungeschriebene Verhaltensweisen gibt. Und dafür zählt bei mir auch ein entsprechendes Outfit.

Also diese Kleidungs-Ordnungen bei Banken und Co., um seriös genug zu wirken um Girokonten zu eröffnen und Versicherungen zu verkaufen lassen sich aus meiner Sicht schwerlich auf die Kopftuchfrage übertragen, weil a) das Kopftuch bei Muslimen idr kein Schmuck-Accessoir ist und weil b) in der Schule nichts verkauft werden soll, sondern Wissen und Weitsicht vermittelt werden soll, und da ist das Aussehen zwar nicht unwichtig, aber ganz bestimmt nicht so primär wie bei einem Bank-Mensch.
 
anddie schrieb:
Und solche Vorschriften (teilweise erwartet man von den MAs, dass sie das auch so wissen) gibts es in jeder Firma. Vor allem dann, wenn der Mitarbeiter die Firma gegenüber anderen represäntieren muss.

Jo, und vor wem muss sich ne Lehrerin mit Kopftuch präsentieren?

Richtig, vor Schülerinnen mit Kopftuch...

gruss kelle!
 
Kelle schrieb:
Jo, und vor wem muss sich ne Lehrerin mit Kopftuch präsentieren?

Richtig, vor Schülerinnen mit Kopftuch...
Na so schlimm ist es ja Gott sei dank noch nicht. Noch sitzen ab und an auch deutsche Schüler christlichen oder gar keinen Glaubens in den Klassen ;)

Außerdem ist das auch der Grund, weshalb ich für Schuluniformen bin. Nebst der Tatsache, dass dann nicht mehr (besonders an Hauptschulen) der Wert des Schülers an seiner Kleidermarke gemessen wird...

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Außerdem ist das auch der Grund, weshalb ich für Schuluniformen bin. Nebst der Tatsache, dass dann nicht mehr (besonders an Hauptschulen) der Wert des Schülers an seiner Kleidermarke gemessen wird...
So ist nunmal das Leben... Die Schule sollte kein Kokon sein, um sich vor dem Leben zu verstecken...
 
photon schrieb:
Außerdem ist das auch der Grund, weshalb ich für Schuluniformen bin. Nebst der Tatsache, dass dann nicht mehr (besonders an Hauptschulen) der Wert des Schülers an seiner Kleidermarke gemessen wird...
Dann messen sie sich eben an ihren Handys, Uhren oder PSPs. Glaubst du wirklich beispielsweise in England gibt es diese Markenprobleme nicht? Die Schuluniform hilft da kein Stück...

Cya Nightfire
 
Photon schrieb:
Außerdem ist das auch der Grund, weshalb ich für Schuluniformen bin.

Dann trennen wir noch Männlein von Weiblein, im zweiten Schritt dann noch die Religionen, und im dritten noch nach Herkunftsländern.

Schon fühlt sich keiner mehr auf den Schlipps getreten, und von Integration braucht auch keiner mehr zu sprechen.

gruss kellle!
 
Photon schrieb:
Wie ein Lehrer später dann in seinem Unterricht argumentiert, steht doch auf einem ganz anderen Blatt Papier. Wenn der Lehrer nicht willens oder fähig ist, einen im Sinne unserer Werte und Weltanschauung passenden Unterricht zu gestalten, kann er ermahnt, verwiesen oder entlassen werden. Das ist aber eine ganz andere Sache und hat nichts mit dem Zeigen religöser Symbole zu tun.

Gruß,
Photon
Es hat zwar nichts mit dem Zeigen von religiösen Smybolen zu tun, aber es hat dieselbe Beeinflussung.
Soweit ich weiß geht es darum einen Einfluss zu reduzieren bzw. keinen Einfluss zu haben.
Daher ist es im Grunde egal ob das religiöse Symbol vorhanden ist, oder nicht.

Und so einfach einen Lehrer zu ermahnen, zu verweisen oder zu entlassen ist es nicht, wie du das hier darstellst.
Außerdem muss die Schulleitung erstmal über ein Fehlverhalten des Lehrers hingewiesen werden. Dies erfolgt vermutlich über die Schüler.
Ich weiß nicht wie das bei dir in der Schule war, aber an unserer Schule
würde die Schulleitung eher den Lehrer unterstützen.

Also => Der Lehrer unterrichtet weiterhin mit seinen alten Methoden und die Beeinflussung die dir soviel Angst macht, ist immer noch da.
 
BuddyJesus schrieb:
[...] Soweit ich weiß geht es darum einen Einfluss zu reduzieren bzw. keinen Einfluss zu haben. [...]
Ja und auch darum, ob und wie weit der staatliche Unterricht von der Religion getrennt werden sollte, wenn man in einem Land lebt, das Staat von Religion trennt.

Der Knackpunkt hier ist doch eigentlich der, dass der eine sagt: "Religionsfreiheit ist Religionsfreiheit. Also hat jeder das Recht, seine Reiligion auszuleben und auch durch Symbole nach außen zu präsentieren". Und andere eben sagen "Wir sollten Religionen aus staatlichen Einrichtungen fernhalten, um die Neutralität der Einrichtung gewährleisten zu können."

Da das zwei Grundprinzipien der Ansichten sind, wird es auch hier wieder keine Einigung geben und keine Seite kann die andere wirklich überzeugen - wie auch? Ist ähnlich wie eine Diskussion, ob Hunde in Parkanlagen dürfen oder nicht. Der eine sagt: "Klar, Hunde sind auch Lebewesen und haben das gleiche Recht, einen Boden zu betreten wie andere." Und wieder andere meinen, dass sie keine Scheiße am Schuh haben wollen.

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Und andere eben sagen "Wir sollten Religionen aus staatlichen Einrichtungen fernhalten, um die Neutralität der Einrichtung gewährleisten zu können."
Und das sind in diesem Fall hier genau die gleichen erzkatholischen Spiesser, die schon immer dagegen waren, den Religionsunterricht zum Wahlfach zu machen.

Ich weiss noch, wie das vor 26 Jahren war, wenn ich Dienstags morgens nicht Punkt 8 in der kath. Kirche im Dorf war, um am Schulgottesdienst teilzunehmen. Dann kam der Pastor danach in die Schule und stellte die Schüler, die nicht da waren zur Rede. Und die Eltern wurden Sonntags in der Messe in aller Öffentlichkeit angeprangert (auch, wenn sie nicht da waren).

Und genau diese Leute sind auch heute gegen Lehrerinnen mit Kopftuch.

Marty
 
Photon schrieb:
"Wir sollten Religionen aus staatlichen Einrichtungen fernhalten, um die Neutralität der Einrichtung gewährleisten zu können."

Neutralität durch Verbote herstellen zu wollen, ist mehr als nur gewagt.

Vor allem ist nur pseudo-Neutralität gewahrt, weil es so aussieht. Der Schein passt.
Das Sein ist offensichtlich egal.

gruss kelle!
 
MartyMcFly schrieb:
[...] Und genau diese Leute sind auch heute gegen Lehrerinnen mit Kopftuch.
Das will ich gar nicht bestreiten. Deswegen bin ich auch gegen Kruzifixe in der Schule. Auch gegen Buddha-Statuen oder Hindu-Kühe auf dem Schulhof. Ich würde die Religion ganz fern halten, so weit es geht und nicht nur eine bestimmte Religion gezielt diskrimminieren - eben durch ein Kopftuchverbot, während in den Klassenzimmern überall Kreuze hängen...

Kelle schrieb:
[...] Vor allem ist nur pseudo-Neutralität gewahrt, weil es so aussieht. Der Schein passt.
Das Sein ist offensichtlich egal.
Das Sein ist gar nicht egal. Aber es ist schlicht nicht nachprüfbar. Aber die allermeisten Sachen im Leben funktionieren so. Außerdem wüßte ich gar nicht, zu welchen Problemen es kommen sollte, wenn jemand seine religösen Symbole morgens ablegt und nachmittags wieder anlegt? So stur ist ja nicht mal ein Fundamentalist. Schließlich will ja niemand einem anderen den Glauben verbieten...

Gruß,
Photon
 
Zuletzt bearbeitet:
Photon schrieb:
Das Sein ist gar nicht egal. Aber es ist schlicht nicht nachprüfbar.

Für viele die das Kopftuchverbot fordern, scheint es aber offensichtlich egal zu sein.

Denen ist wichtig, dass das Kopftuch in der Handtasche verschwindet.

Ob bzw. wie der Unterricht vom Glauben der betroffenen Lehrerin beeinflusst wird, scheint doch alles egal zu sein.

gruss kelle!
 
BuddyJesus schrieb:
@Photon: Das klingt so, als würdest du eine komplette Religion auf ein Symbol reduzieren.
Hö? Na sag mal. Eine Religion sucht sich ein eindeutig erkennbares Symbol. Schließlich will sich ja auch der Gläubige als Angehöriger dieser Religion in der Öffentlichkeit identifizieren. Wenn hier überhaupt irgendwer irgendwas reduziert (obwohl ich eigentlich gar nicht verstehe, was Du damit sagen willst), dann der Gläubige selbst...

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Hö? Na sag mal. Eine Religion sucht sich ein eindeutig erkennbares Symbol. Schließlich will sich ja auch der Gläubige als Angehöriger dieser Religion in der Öffentlichkeit identifizieren. Wenn hier überhaupt irgendwer irgendwas reduziert (obwohl ich eigentlich gar nicht verstehe, was Du damit sagen willst), dann der Gläubige selbst...

Gruß,
Photon

Was ich meine ist, dass du so tust als wäre mit dem Verbot eines Symbols, der religiöse Einfluss abgeschafft.
Das müsste ja heißen, dass jemand der dieses Symbol nicht trägt, keinen Einfluss ausüben kann.
 
BuddyJesus schrieb:
Was ich meine ist, dass du so tust als wäre mit dem Verbot eines Symbols, der religiöse Einfluss abgeschafft.
Das müsste ja heißen, dass jemand der dieses Symbol nicht trägt, keinen Einfluss ausüben kann.
Natürlich kann er. Das kann er aber mit dem Symbol oder ohne. Solange die Religion keinen Interessenskonflikt hervorruft, kann ja jeder auch gläubig sein.

Die Diskussion ist doch eigentlich ins Rollen gekommen, weil sich offensichtlich einige (wichtigen) Menschen an einem Kopftuch stören. Und zwar so sehr stören, dass sie es den Kindern nicht zumuten können/wollen. Vielleicht schwingt da auch eine latente Angst mit, dass die eigenen christlich erzogenen Kinder irgendwann in der Minderheit sein könnten und im schlimmsten Fall sogar von Muslimen gemobbt werden. Albern oder nicht - aber ich stehe auf dem Standpunkt: Religöse Symbole haben an einer religionsneutralen staatlichen Schule nichts verloren.

Damit ginge man schonmal ein Stück weit Ärger aus dem Weg und dem Unterricht schadet es ganz sicher auch nicht. Verstehe also nach wie vor nicht, warum man es nicht so macht.

Gruß,
Photon
 
Photon schrieb:
Vielleicht schwingt da auch eine latente Angst mit, dass die eigenen christlich erzogenen Kinder irgendwann in der Minderheit sein könnten und im schlimmsten Fall sogar von Muslimen gemobbt werden.
Vielleicht!? Wahrscheinlich!

Deswegen ist dein Standpunkt mit dem Verbot religöser Symbole in staatlichen Einrichtung mehr als nachvollziehbar, aber hier geht's nur um das eine Symbol. Nur zur Erinnerung: Hier geht's um eine Äußerung von dem Köt... ähm Söder. :mrgreen: