Nordkoreanischer Torpedo versenkte Korvette

20. Mai 2010, 22:59 Uhr · Quelle: dpa
Seoul/Washington (dpa) - Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea spitzen sich wegen des Untergangs eines südkoreanischen Kriegsschiffs weiter zu.

Fast acht Wochen nach der Tragödie mit 46 Toten kam ein internationales Ermittlerteam am Donnerstag zu dem Schluss, dass Nordkorea die Korvette nahe der innerkoreanischen Seegrenze mit einem Torpedo beschossen und versenkt habe. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak warf Nordkorea «militärische Provokation» vor und kündigte resolute Schritte gegen das kommunistische Nachbarland an. Nordkorea drohte für den Fall von Sanktionen oder Vergeltungsaktionen mit «harten Maßnahmen, bis zum totalen Krieg».

Während sich die USA und Japan der Regierung in Seoul anschlossen und das Regime in Pjöngjang scharf verurteilten, rief China die beiden koreanischen Staaten zur Zurückhaltung auf. Peking werde seine eigene Bewertung des Berichts über den Schiffsuntergang vornehmen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Seoul hatte angedeutet, den Fall vor den Weltsicherheitsrat bringen zu wollen. Für eine Verurteilung oder weitere Sanktionen gegen Pjöngjang durch den Rat wäre es jedoch wichtig, die Vetomacht China von der Schuld Nordkoreas an dem Untergang zu überzeugen.

US-Präsident Barack Obama machte ebenfalls Nordkorea für den Untergang der «Cheonan» am 26. März vor der Westküste Südkoreas verantwortlich und warf dem Land «inakzeptables Verhalten» vor. Japans Regierungschef Yukio Hatoyama nannte Nordkoreas Aktion «unverzeihlich». UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich höchst beunruhigt über die Untersuchungsergebnisse.

Es gebe «überwältigende Beweise für den Schluss, dass ein U-Boot aus Nordkorea den Torpedo abgefeuert hat», teilte das zivil-militärische Ermittlerteam in Seoul mit. «Es gibt keine andere glaubwürdige Erklärung.» Als Beweis zeigten die Ermittler unter anderem vor laufender Kamera die geborgenen rostigen Trümmerteile eines Torpedos, darunter dessen Antriebsmotor und zwei Propeller. Die Teile «passen perfekt» zu den Merkmalen eines Torpedotyps, den Nordkorea als Exportartikel anpreise, hieß es. Außerdem ähnelten Schriftzeichen auf dem Geschoss den Markierungen auf einem vor Jahren gefundenen Torpedo-Irrläufer aus Nordkorea. An den Ermittlungen waren neben Südkoreanern auch Experten aus den USA, Australien, Schweden und Großbritannien beteiligt.

Durch internationale Zusammenarbeit wolle Südkorea das Regime in Pjöngjang dazu bringen, «seine Missetaten einzugestehen», sagte Staatspräsident Lee in einem Telefonat mit dem australischen Regierungschef Kevin Rudd. Lee wolle an diesem Freitag in Seoul den Nationalen Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen, um Gegenmaßnahmen zu erörtern.

Nordkorea bestritt erneut, das Schiff versenkt zu haben. Ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission - das mächtigste Gremium des Landes - unterstellte Seoul, die Untersuchungsbefunde fingiert zu haben. Zugleich habe die Kommission im staatlichen Fernsehen angeboten, ein eigenes Ermittlungsteam zu schicken, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul sagte, die zuständigen Stellen würden das Angebot erörtern.

An der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Gefechten zwischen Schiffen beider Länder gekommen. Beide koreanischen Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.

Verteidigung / Südkorea / USA
20.05.2010 · 22:59 Uhr
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