Zwischen Gerichtsbeschluss und geopolitischer Spekulation: Nord Stream 2 AG im Fokus
Der finanziell angeschlagene russische Pipeline-Betreiber Nord Stream 2 AG hat grünes Licht erhalten, weiterhin auf Investorensuche zu gehen. Das Gericht im Schweizer Kanton Zug billigte den Nachlassvertrag für das Unternehmen und ebnete damit den Weg für mögliche neue Kapitalgeber. Allerdings bleibt der Entscheid anfechtbar, was das Gericht veranlasste, vorsichtshalber auf die Preisgabe weiterer Details zu verzichten.
Die Nord Stream 2 AG, die mit ihrer gleichnamigen Pipeline ursprünglich vorgesehen hatte, russisches Erdgas über zwei parallel verlaufende Stränge durch die Ostsee nach Deutschland zu transportieren, ist ein bedeutendes Symbol für energiepolitische Ambitionen und Tücken. Obwohl die Bauarbeiten abgeschlossen wurden, verhinderte der Ukraine-Kriegstrubel ab 2022 die Inbetriebnahme. Die deutsche Regierung legte das Projekt auf Eis, nachdem einer der Stränge durch einen Anschlag in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Neue Entwicklungen bleiben unterdessen nicht aus. In den Medien wird über mögliche US-amerikanische Investoren spekuliert, darunter der bekannte Unterstützer von Ex-Präsident Donald Trump, Stephen P. Lynch. Die Idee, den Betrieb in eine breitere amerikanisch-russische Friedensinitiative einzubetten, heizt die Debatte um die geopolitische Tragweite der Pipeline weiter an. Der russische Außenminister Sergej Lawrow selbst hatte im März erklärt, die Gespräche über Nord Stream seien in vollem Gange.

